Würzburg - Antigen-Schnelltests sind laut einer Studie offenbar doch nicht so genau, wie die Hersteller versprechen. Das haben Wissenschaftler am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg festgestellt. Wie der Bayrische Rundfunk (BR) weiter berichtet, haben die Wissenschaftler Daten aus 5068 Untersuchungen ausgewertet.

Seit Mitte Januar wurde jeder Patient, der im Klinikum Würzburg Mitte aufgenommen wurde, mit einem genaueren PCR-Test getestet und zusätzlich dazu mit einem Antigen-Schnelltest. Nur in 42,6 Prozent der positiven Fälle erkannte der Antigen-Schnelltest auch eine Infektion.

Antigen-Schnelltest erkennt Infektion nur bei hoher Viruslast

Das Ergebnis der Studie erklären die Forscher der Uni Würzburg mit einer unterschiedlichen Viruslast der Patienten: So identifizierten die Schnelltests hochinfektiöse Personen zuverlässig. Personen mit einer geringen Viruslast, die sich etwa gerade erst infiziert hatten, wurden so gut wie gar nicht erkannt.

Studienleiter Dr. Manuel Krone sagte dem Sender: Antigen-Schnelltests könnten den anwendenden Personen eine falsche Sicherheit suggerieren: „Wenn man Symptome einer Infektion zeigt, aber einen negativen Antigen-Schnelltest hat und denkt, man muss keine Hygienemaßnahmen einhalten – dafür taugt ein Antigen-Schnelltest nicht!“

Dennoch seien Schnelltests beispielsweise für das Durchführen von Großveranstaltungen sinnvoll, so Krone, um Superspreader rechtzeitig zu finden.