Studie: Vergesellschaftung könnte Berliner Mieten senken

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat eine Studie zur Wohnungsnot in der Hauptstadt durchgeführt. Vergesellschaftungen könnten Berliner Mietern demnach zugutekommen.

Laut einer Auftragsstudie könnten die Mieten in Berlin durch Vergesellschaftungen deutlich sinken.
Laut einer Auftragsstudie könnten die Mieten in Berlin durch Vergesellschaftungen deutlich sinken.dpa/Christoph Söder

Eine Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen in Berlin könnte die rasant gestiegenen Mieten in der Hauptstadt einer neuen Studie zufolge senken – oder ihren Anstieg zumindest stoppen. Die Vergesellschaftung wirke sich in dreierlei Hinsicht auf die Mieten aus, heißt es in dem Bericht der Rosa-Luxemburg-Stiftung vom Dienstag. Sie wirke „mindernd auf die Miethöhen, sie ermöglicht eine schnellere Versorgung einkommensschwacher Haushalte mit Wohnraum und sie kann der sozialräumlichen Segregation in Berlin entgegenwirken“.

Zu diesem Schluss kommen die Studienautoren, die Stadtsoziologen Matthias Bernt vom Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung und Andrej Holm von der Humboldt-Universität Berlin. Dafür verglichen sie Mietdaten von renditeorientierten großen Wohnungskonzernen mit denen von landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU). Die Rosa-Luxemburg-Stiftung ist eine parteinahe Stiftung der Linken.

Mieten in Berlin: Durch Vergesellschaftung 16 Prozent niedriger?

„Die Autoren errechnen, dass die Mieten in den vergesellschafteten Beständen im Durchschnitt um 16 Prozent gesenkt werden könnten, wenn sie so bewirtschaftet würden wie in den sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen“, teilte die Stiftung mit.

Allerdings warnt die Studie auch davor, eine Vergesellschaftung als alleinige Lösung für die Probleme auf dem angespannten Berliner Mietmarkt zu betrachten. „Die Förderung von Neubau und die bessere Regulierung der Mieten werden dadurch nicht unnötig“, so die Autoren. „Auf mittlere Frist sind die in diesen beiden Bereichen zu erwartenden Effekte aber kleiner als die Auswirkungen einer Vergesellschaftung.“

In Berlin hat sich bei einem Volksentscheid ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger für eine Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne ausgesprochen. Organisiert hatte den Entscheid die Initiative „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“. Der Senat hatte daraufhin eine Expertenkommission eingesetzt, die prüfen soll, ob ein solcher Schritt geeignet ist, um die gravierenden Probleme auf dem Berliner Wohnungsmarkt zu lösen. Erste Ergebnisse sollen im Mai vorliegen.