Ein Intensivbett mit einem Patienten-Dummy.
Foto: Berliner Zeitung/Markus Wächter

BerlinEtwa ein Fünftel der Covid-19-Patienten, die von Ende Februar bis Mitte April 2020 in deutschen Krankenhäusern aufgenommen wurden, sterben an den Folgen der Krankheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse, die Wissenschaftler der TU Berlin gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) durchgeführt haben.

Bei Patienten mit künstlicher Beatmung lag die Sterblichkeit deutlich höher: Jeder zweite überlebt laut der Studie die Krankheit nicht. Bei Patienten ohne Beatmung lag die Sterblichkeit bei 16 Prozent. Insgesamt wurden 17 Prozent der Patienten beatmet. 

Aus der Analyse geht auch hervor, dass Männer etwas häufiger an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung sterben. Die Sterblichkeit der Männer liegt mit 25 Prozent um 6 Prozentpunkte über der der Frauen (19 Prozent). Männer wurden zudem etwa doppelt so häufig beatmet wie Frauen.

Unabhängig vom Geschlecht spielt vor allem das Alter bei der Sterblichkeit eine Rolle: 27 Prozent verstarben in der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen, 38 Prozent in der Gruppe der Menschen ab 80 Jahren.

Die durchschnittliche Dauer des Krankenhausaufenthaltes der Covid-19-Patienten betrug 14 Tage. Bei den nicht beatmeten Patienten war sie mit zwölf Tagen deutlich kürzer als bei den Beatmungspatienten mit 25 Tagen. Die Dauer der künstlichen Beatmung lag im Durchschnitt bei 14 Tagen. 23 Prozent der betroffenen Patienten mussten sogar länger als 21 Tage beatmet bleiben.

Ausgewertet wurden die Daten von etwa 10.000 Patienten mit bestätigter Covid-19-Diagnose, die vom 26. Februar bis zum 19. April 2020 in insgesamt 920 deutschen Krankenhäusern aufgenommen wurden. Die gemeinsame Studie liefert erstmals bundesweite und bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse zur Behandlung der Covid-19-Patienten in Deutschland auf Basis der AOK-Abrechnungsdaten, die knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung abbilden. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 68 Jahren.