Berlin - Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass MDMA, auch als Ecstasy bekannt ist, posttraumatische Belastungsstörungen heilen kann. Wie die NZZ berichtet, wurde eine MDMA-assistierte Traumtherapie durchgeführt. 67 Prozent der Patienten konnten nach Abschluss als gesund betrachtet werden. In der Kontrollgruppe bekamen die Patienten kein MDMA sondern nur eine ebenso intensive Gesprächstherapie. Hier galten nach Abschluss nur 37 Prozent als genesen. 

Es handele sich um eine wegweisende Studie, sagt Trauma-Experte Ulrich Schnyder. Ernstzunehmende Nebenwirkungen seien nicht aufgetreten. Der Psychiater rät allerdings von Versuchen zur Selbstmedikation ab. Professionelle psychotherapeutische Behandlung sei erforderlich. 

MDMA wirke angstlösend, schreiben die Autoren der Studie. Zudem fördere es positive Emotionen. Unter der Wirkung von MDMA könnten sich Patienten mit traumatischen Erinnerungen gefahrlos auseinandersetzen. Ob sich diese Form der Therapie durchsetzen werde, sei unklar, sagt Schneyder, denn: Die Therapie sei sehr aufwendig. Auch aus Sicht der Forscher ist es für eine Zulassung noch zu früh. Es handelt sich um eine relativ kleinen Phase-3-Studie. Diese reicht dafür nicht aus. Laut New York Times sei nach Forderung der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) eine weitere unabhängige Studie notwendig.