Berlin - Eine Studie von Philips hat gezeigt, dass Erwachsene unter der Woche zu wenig schlafen. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf die Studie berichtet, liegt der Durchschnitt bei etwa 6,9 Stunden pro Nacht. Die empfohlene Dauer beträgt bei Erwachsenen allerdings zwischen sieben und neun Stunden. Auffällig sei auch, dass sich die Schlafqualität während der Corona-Pandemie verschlechtert hat. 70 Prozent der Befragten gaben offenbar an, dass sie seit Beginn der Pandemie zusätzliche Schlafprobleme haben.

Zudem sind laut Studie nur 55 Prozent der Befragten mit ihrem Schlaf zufrieden. Doch welche Auswirkungen haben Schlafmangel oder eine schlechte Qualität des Schlafes auf die körperliche Gesundheit? Eine weitere Studie der Universität Göteborg stellte einen Zusammenhang zwischen wenig Schlaf und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Schwierigkeiten fest. Für die Studie wurden 13.000 Menschen aus 13 Ländern befragt.

Zu viel Schlaf ist auch ungesund

Die Studie konzentrierte sich auf Männer mittleren Alters. Die Teilnehmer, die mit etwa 50 Jahren fünf Stunden oder weniger pro Nacht schliefen, wiesen ein doppelt so hohes Risiko auf, mit 71 Jahren ein Herz-Kreislauf-Ereignis zu haben als die Männer mit normalem Schlafverhalten.

Eine Studie aus Schweden stellte sogar einen direkten Zusammenhang zwischen Schlaf und dem Sterberisiko her: Die Forscher fanden heraus, dass eine kurze Schlafdauer unter der Woche und an den Wochenenden bei Menschen unter 65 Jahren ein höheres Sterberisiko mit sich zieht. Allerdings soll eine verlängerte Schlafdauer am Wochenende verbunden mit einer kürzeren Schlafdauer unter der Woche kein erhöhtes Sterberisiko nach sich ziehen.

Zu viel Schlaf kann auch ungesund sein, so Epameinondas Fountas vom Herzchirurgischen Center Athen. Er fand heraus, dass die Menschen, die mehr als acht Stunden pro Nacht schliefen, ein erhöhtes Risiko haben, an einem Schlaganfall oder einer Herzkranzgefäßerkrankung zu sterben. Woher dieser Zusammenhang stammt, konnte allerdings nicht genau belegt werden. 

Schlafstörungen sind Indikator von anderen Problemen

Doch was kann man gegen Schlafmangel tun? Experten raten zur sogenannten „Schlafhygiene“. Darunter fallen Verhaltensweisen, die einen gesunden Schlaf fördern, wie regelmäßiger Sport, wenig Alkohol oder Koffein und Entspannungsübungen vor dem Einschlafen. „Entspannung ist der Königsweg in den Schlaf“, so der Schlafforscher und Psychologe Jürgen Zulley.

Schlafstörungen sind häufig ein Indikator von anderen Problemen, so der Schlafforscher Christoph Schöbel gegenüber dem SWR. Alle Probleme, seien es psychische, gesundheitliche oder auch berufliche, machen sich zuerst in Schlafstörungen bemerkbar, so Schöbel weiter.