BrüsselGroßbanken in der EU und in Großbritannien nutzen einer Untersuchung der EU-Gruppe der Organisation Transparency International (TI) zufolge offensichtlich in großem Maße Steueroasen und Gewinnverschiebungen. 

TI wertete die Steuerangaben von 39 der größten europäischen Banken für die Zeit zwischen 2015 und 2019 aus und veröffentlichte sie auf einer Steuertransparenz-Plattform namens Corporate Tax Tracker.

29 Banken wiesen demnach anscheinend hohe Gewinne in Ländern aus, in denen sie eigentlich keine Mitarbeiter haben. „Diese ‚Geisteroperationen‘ könnten darauf hindeuten, dass die Banken ihre Gewinne verlagern, um ihre Steuerrechnung zu senken“, so Transparency International EU. Ohne vollständige Angaben zu den Geschäften der Banken in den betreffenden Ländern sei es aber unmöglich, das genau nachzuvollziehen.

Seit 2015 seien die Banken in der EU verpflichtet, für jedes Land, in dem sie tätig sind, länderweise Berichte über ihre Gewinne, Steuern und die Zahl ihrer Mitarbeiter zu veröffentlichen, so TI. Der Bankensektor und der Rohstoffsektor sind demnach die einzigen Branchen, die solchen Vorschriften unterliegen.

Teil der Banken war in Skandale verwickelt

TI Deutschland fordert, „dass alle multinationale Unternehmen diesen Vorgaben für mehr Steuertransparenz unterliegen sollten“. Die Bundesregierung blockiere jedoch eine Abstimmung auf EU-Ebene über das sogenannten öffentliche Country-by-Country-Reporting.

Mehrere der untersuchten Banken waren in den FinCen-Skandal verwickelt, bei dem geleakte Daten aus dem US-Finanzministerium Missstände bei der Bekämpfung internationaler Geldwäsche aufzeigten.