Berlin Private und öffentliche Großvermieter dominieren den Wohnungsmarkt in Berlin nach einer Studie stärker als in anderen deutschen Großstädten. Ihnen gehört insgesamt etwa jede zweite Wohnung, wie die am Dienstag veröffentlichte Studie „Wem gehört die Stadt?“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung aus amtlichen Daten folgert. Sie hat mit Hilfe von Hinweisen durch Mieter und Journalisten sowie eigenen Recherchen den Markt näher untersucht. Ihr Ergebnis: „Fast die Hälfte der Stadt gehört wenigen Tausend (Immobilien-)Multimillionär*innen, die bisher oft anonym bleiben.“

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung steht der Partei Die Linke nahe. Diese verantwortet seit vier Jahren die Wohnungspolitik in der Stadt und hat unter anderem den Mietendeckel und den Kauf von Wohnungen vorangetrieben. Die Studienautoren fordern mehr Maßnahmen.

Größter Vermieter in Berlin ist das Land selbst mit 323.000 Wohnungen. Zu den großen privaten Vermietern zählt die Studie die börsennotierten Unternehmen Deutsche Wohnen (115.740), Vonovia (42.241), Ado Properties (17.924), Covivio (15.813) und Grand City Properties (7580).

Oft kann die Zahl der Wohnungen nur in Spannen angegeben werden, etwa bei Heimstaden Bostad (3000 bis 10.000). Das schwedische Unternehmen Heimstaden hatte im September angekündigt, für 830 Millionen Euro 3902 Wohnungen, 208 Gewerbeeinheiten sowie Parkplätze in zentralen Lagen Berlins zu kaufen.