Das Gendersternchen lässt einer Studie zufolge bevorzugt an Frauen denken. Wie Wissenschaftler der Universität Kassel feststellten, tauchen bei Formulierungen wie Athlet*innen vor dem inneren Auge eher Frauen auf als beide Geschlechter. Trat bei den Experimenten nur das generische Maskulinum auf, stellten sich die Studienteilnehmer eher einen Mann vor. Wurden beide Formen – also beispielsweise Apothekerinnen und Apotheker – präsentiert, dachten die Probanden gleichermaßen an beide Geschlechter.

In der Studie, die kürzlich im Journal of Language and Social Psychology erschienen ist, heißt es konkret: „In zwei Experimenten beobachteten wir eine männliche Tendenz für die generische männliche Form und eine weibliche Tendenz für die Gender-Star-Form.“ Dem Forscherteam gelang es offenbar erstmals eine „weibliche Tendenz für die Sternform des Geschlechts“ auszumachen.

Studie: Kein signifikanter Bias wenn beide Geschlechtsformen genannt werden

Die Wissenschaftler am Institut für Allgemeine Psychologie präsentierten 561 Probanden verschiedene Geschlechtsdarstellungen. Mal kam das Gendersternchen vor, mal das generische Maskulinum, mal beide Formen. Sie kamen zu dem Ergebnis: „Am ausgewogensten waren die Darstellungen, wenn sowohl männliche als auch weibliche Formen genannt wurden.“

Kam das Gendersternchen zum Einsatz, seien von den Studienteilnehmern Antworten schneller und häufiger als passend beurteilt worden, wenn sie sich auf Frauen bezogen als auf Männer. Es hätte lediglich wenn beide Paarformen verwendet worden seien, keinen sichtbaren sogenannten Bias – also keine signifikante Voreingenommenheit – gegeben. Diese Fälle deuteten auf „eine gleichberechtigte Vertretung von Männern und Frauen“  hin, heißt es.

Dr. Anita Körner und ihre Kollegen weisen allerdings darauf hin, dass der männliche Bias für die generische männliche Form „robuster“ und „größer“ als der weibliche Bias für das Gendersternchen gewesen sei.