Männer im Süden und Südwesten Deutschlands werden bis zu 5,4 Jahre älter als Männer im Norden Deutschlands.
Foto: dpa/Tobias Hase

BerlinRichtig alt werden kann man in Deutschland vor allem im Süden Bayerns und in Baden-Württemberg. Die durchschnittliche Lebenserwartung im Süden und Südwesten Deutschlands unterscheide sich in den 402 Landkreisen bei den Männern um bis zu 5,4 Jahre, teilte das Max-Planck-Institut für demografische Forschung am Montag in Rostock mit. Bei Frauen betrage der maximale Unterschied knapp vier Jahre: So würden Frauen im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt im Schnitt 81,8 Jahre alt, Frauen im Landkreis Starnberg südwestlich von München durchschnittlich 85,7 Jahre.

Auch bei den Männern fanden die Forscher ein Nord-Süd-Gefälle: In Bremerhaven beträgt die Lebenserwartung der Männer der Studie zufolge im Schnitt nur 75,8 Jahre, im Landkreis München ist sie mit 81,2 Jahren am höchsten. Die Forscher erstellten eine Landkarte, aus der ersichtlich wird, dass sich die Landkreise mit besonders hoher Lebenserwartung im Süden und Südwesten der Bundesrepublik konzentrieren. Die Forscher veröffentlichten ihre Studienergebnisse im „Ärzteblatt“.

Grafik: Max-Planck-Institut für demografische Forschung Rostock

Auch ein Ost-West-Gefälle ist zu erkennen: Insgesamt zeigt sich, dass mehr Landkreise mit niedriger Lebenserwartung im Osten Deutschlands liegen, als im Westen. Aber auch in Westdeutschland, und dort vor allem im Ruhrgebiet, gibt es Landkreise, in denen die Bewohner im Schnitt früher sterben. Dazu zählen Dortmund, Gelsenkirchen und Essen.

Die Wissenschaftler suchten auch nach Ursachen für die Unterschiede. Starken Einfluss haben nach ihren Erkenntnissen die Arbeitslosenquote und die Quote der Hartz-IV-Empfänger. „Wer Unterschiede in der Lebenserwartung reduzieren will, muss vor allem die Lebensbedingungen des ärmsten Teils der Bevölkerung verbessern“, sagte Roland Rau vom Max-Planck-Institut. Seine Analysen zeigen zudem, dass häufig debattierte Faktoren, wie das Durchschnittseinkommen, die Zahl der Ärzte pro 100.000 Einwohner oder die Bevölkerungsdichte einen weitaus geringeren Einfluss auf die Lebenserwartung haben.