Klimaforscher sind sich sicher: Die Erderwärmung darf 2 Grad Celsius nicht übersteigen und sollte möglichst sogar unter 1,5 Grad bleiben. (Symbolfoto)
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BerlinNur ein Bruchteil der Summe für die beschlossenen Corona-Hilfspakete könnte für entscheidende Schritte gegen den Klimawandel reichen.  Dies geht aus einer Studie hervor, die von einem Forscherverbund, dem auch Mitglieder der Humboldt Universität Berlin angehören, veröffentlicht wurde.

Weltweit haben Regierungen Konjunkturpakete beschlossen oder geplant, um die Wirtschaft in der Coronakrise anzukurbeln. Bislang wurden im Rahmen solcher Pakete mehr als 12 Billionen US-Dollar zugesagt.

Laut der Studie, die von einer internationalen Forschergruppe in dem Fachmagazin Science veröffentlicht wurde, bedarf es nur eines Bruchteils dieses Geldes, um die Weichen zur Einhaltung der Klimaziele des Pariser Abkommens zu stellen. Der globale Bedarf an Investitionen in kohlenstoffarme Technologien im Energiesektor über die nächsten fünf Jahre soll sich auf lediglich ein Zehntel der Konjunkturpakete pro Jahr belaufen.

Das 1,5 Grad-Ziel könne laut Autoren durchaus erreicht werden, wenn ein Bruchteil der COVID19-Hilfspakete in eine „klimapositive“ Erholung investiert werden würde. Gleichzeitig könne die Weltwirtschaft angekurbelt werden und Maßnahmen zu kohlenstoffarmer Energieversorgung beschleunigt werden.

Nullemissionen bis 2050

Marina Andrijevic von der Organisation Climate Analytics und der Humboldt-Universität Berlin merkt an: „Wenn nur ein Bruchteil der Konjunkturpakete in klimapositive Wiederaufbaupläne investiert würde, könnte die Welt bis Mitte des Jahrhunderts Nullemissionen im Energiesektor erreichen.”

Für einige Länder seien die Pläne leichter umsetzbar als für andere. Die USA und die Europäische Union haben am meisten Gelder für die Erholung nach der Pandemie zugesagt. Proportional zum BIP müssten sie auch am wenigsten in kohlenstoffarme Energie investieren, um nationale Ziele in Einklang mit dem Pariser Abkommens zu bringen. Schwellenländer wie Indien könnten nur kleinere Konjunkturprogramme schnüren, benötigen aber proportional mehr Investitionen, um ihre Bevölkerung mit zuverlässiger, sauberer und bezahlbarer Energie zu versorgen.