Mannheim - Eine Firma in Mannheim hat ein Nasenspray auf Plasma-Basis entwickelt, das laut einer Untersuchung in Zusammenarbeit mit der Universität Bochum 99,9 Prozent der Corona-Viren im Nasenraum abtötet. Das geht aus einem RTL-Bericht vom Freitag hervor. Das positive Studienergebnis des neuen Medikaments lässt Hoffnungen auf ein Ende der Pandemie wachsen. Doch kann auch das Infektionsgeschehen mit dem Spray kontrolliert werden?

Eines steht fest: Das Plasma-Nasenspray ist besonders gut verträglich. Es gibt laut der Untersuchung keine Hinweise auf Nebenwirkungen. Auch Resistenzen könnten sich keine bilden. So ist das Mittel sogar zur Anwendung für Kinder und Schwangere geeignet. Ein Gutachten der Reproduktionstoxikologie der Universitätsklinik Ulm belege das.

Hoffnungsträger Plasma: Osmotischer Druck vernichtet die Viren

Schon seit einiger Zeit können Forscher Plasma herstellen. Der Stoff kommt in der Natur etwa bei Blitzen vor. In abgekühlter Form könne Plasma etwa die Wundheilung beschleunigen und zur Verhinderung von Infektionen genutzt werden. Um Nasenspray daraus herzustellen, wird in einem speziellen Verfahren eine Kochsalzlösung elektrolytisch aufgeladen. Die geladene Lösung eliminiert durch osmotischen Druck jegliche Keime, sogar multiresistente. Auch gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 zeigte sich das Mittel als effizient.

Dass uns das Plasma-Nasenspray aus der Pandemie führen könnte, hält Dr. Georg-Christian Zinn, der Direktor des Hygienezentrums Bioscientia, jedoch für unwahrscheinlich. Die lokale Bekämpfung des Virus sei lediglich ein Zwischenschritt, so der Experte. „Das Entscheidende ist nicht, Viren abzutöten, das kann ich auch mit altem schottischen Whisky machen“, sagt Zinn. Entscheidend sei es, die Infektionshäufigkeit zu reduzieren. Dazu müsse weiter geimpft werden.