Edinburgh - Schottische Forscher sind dem Sterberisiko von geimpften Personengruppen nachgegangen. Führende Experten auf der ganzen Welt sind sich einig, dass Corona-Impfungen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit vor der Gefahr lebensgefährlich an Covid-19 zu erkranken, schützen. Vereinzelt werden auch mögliche Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion unter vollständig Geimpften gemeldet – nicht nur in Deutschland, sondern eben auch in Schottland. Die Wissenschaftler haben nun diese extrem seltenen Todesfälle genauer analysiert.

Laut den Studienautoren wurde dazu um „die Häufigkeit von Covid-19-bedingten Todesfällen bei vollständig geimpften Personen abzuschätzen und die klinischen und demografischen Merkmale von Covid-19-bedingten Todesfällen bei vollständig geimpften Personen seit dem Start des Impfprogramms in Schottland“ zu erfassen, ein nationales Überwachungssystem eingeführt.

Forscher: Risiko für Corona-Tod trotz Impfung nicht „vollständig eliminiert“

Die an verschiedenen schottischen Universitäten angestellten Wissenschaftler halten fest: „Das Risiko eines Covid-19-bedingten Todes wird daher bei vollständiger Impfung nicht vollständig eliminiert.“ Sie raten daher zu „anhaltender Vorsicht“, insbesondere bei älteren Erwachsenen mit etwaigen zusätzlichen Erkrankungen.

Die Forscher begründen dies wie folgt: „Die meisten Personen, die nach zwei Dosen des Covid-19-Impfstoffs starben, waren älter als 75 Jahre und hatten mehrere Komorbiditäten.“ Ein ähnliches Sterblichkeitsrisiko bestehe bei infizierten, ungeimpften Personen und bei Geimpften, die nur eine Impfdosis erhalten haben.

Zu den konkreten Ergebnissen der Studie, die am 13. November in der Fachzeitschrift The Lancet erschienen ist: Unter den 236 vollständig entweder mit dem Impstoff von Astrazeneca oder dem Vakzin von Biontech/Pfizer Immunisierten und im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion Verstorbenen waren 61,8 Prozent Männer.

Studie: Bei geimpften Toten neben Corona im Mittel 2,9 weitere Todesursachen

Bei 97 Prozent wurde zusätzlich zu einer Covid-19-Erkrankung eine weitere Todesursache aufgeführt, heißt es. Nach Angaben der Wissenschaftler wurden auf den Sterbeurkunden der geimpften Corona-Toten in Schottland im Mittel 2,9 Todesursachen vermerkt. Chronische Herzerkrankungen, chronische Nierenerkrankungen, Diabetes, chronische, verschleppte Lungenerkrankungen und Vorhofflimmern seien „die häufigsten Nicht-Covid-19-Todesursachen“ gewesen. 

Unter je mehr Vorerkrankungen ein in Schottland verstorbener, vollständig Geimpfter litt, desto höher sei das Risiko gewesen, im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion zu versterben. Menschen mit fünf oder mehr Komorbiditäten hatten ein wesentlich höheres Risiko für einen durch Corona bedingten Tod als Personen ohne Komorbiditäten, so die Studienautoren. Wer geimpft war, und dessen Corona-Infektion erst im Krankenhaus festgestellt wurde, hatte zudem ein signifikant höheres Sterberisiko als diejenigen Geimpften, deren Infektion bereits ambulant festgestellt worden war, heißt es.