Neue Studie: Bei dieser Schlafdauer drohen chronische Krankheiten

Schlafmangel kann der Gesundheit schaden. Besonders Menschen im mittleren und hohen Alter sind gefährdet. Diese Krankheiten können folgen.

Eine Frau gähnt. 
Eine Frau gähnt. imago/Andrey Popov

Eine aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift PLOS Medicine veröffentlicht wurde, hat herausgefunden, dass die Schlafdauer offenbar großen Einfluss auf die Gesundheit haben kann. Dafür nahmen die Forscher fast 8.000 Menschen im Vereinigten Königreich genauer unter die Lupe, die im Alter von 50 Jahren nicht unter chronischen Krankheiten litten. Die Ergebnisse sind überraschend. 

Ein Vierteljahrhundert lang sollten die Studienteilnehmer alle vier bis fünf Jahre berichten, wie viel sie schlafen. Bei den 50-Jährigen, die fünf Stunden oder weniger pro Nacht ruhen, stellte sich ein 30 Prozent höheres Risiko ein, im Laufe der Zeit chronische Krankheiten zu entwickeln. Gesünder lebten diejenigen, die mindestens sieben Stunden pro Nacht schliefen.

Schlafmangel: Diese Krankheiten drohen

Mit 60 Jahren war das Risiko bereits um 32 Prozent gestiegen und mit 70 Jahren sogar um 40 Prozent. Ein höheres Gesundheitsrisiko bestand vornehmlich für: Diabetes, Krebs, Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Lungenerkrankungen, Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Depression und psychische Störungen, Demenz, Parkinson sowie Arthritis.

Im Gegensatz zu anderen Studien wurde nicht festgestellt, dass diejenigen, die länger als neun Stunden schliefen, gesundheitliche Probleme hatten. Allerdings ruhten nur wenige der Studienteilnehmer so viele Stunden, dass dies die Ergebnisse beeinflusst haben könnte. Zudem handelte es sich bei den meisten Probanden um Männer, nur etwa ein Drittel waren Frauen.

Eine Altersgruppe lebt bei wenig Schlaf besonders gefährlich

Besonders schädigend ist laut der Studie unzureichender Schlaf besonders für eine Gruppe. „Eine kurze Schlafdauer in der Lebensmitte und im Alter ist mit einem höheren Risiko für das Auftreten chronischer Krankheiten und Multimorbidität verbunden“, heißt es.

Sharon Cobb, die sich mit Schlafforschung befasst und nicht an der neuen Studie beteiligt war, sagte dem Nachrichtensender CNN, dass nicht nur die Dauer, sondern auch die Qualität des Schlafs wichtig sei – ein Faktor, der in dieser Studie nicht erfasst wurde.

Schlafprobleme? Diese Tipps können Abhilfe schaffen

Adam Knowlden, Professor für Gesundheitswissenschaften an der Universität von Alabama, sagte gegenüber CNN, dass er, wenn Menschen von Schlafproblemen berichten, mehrere Empfehlungen ausspricht.

Erstens sollte ein fester Schlafplan aufgestellt werden. Der menschliche Körper sollte darauf trainiert werden, jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen. So falle es leichter, eine regelmäßige Nachtruhe einzuhalten.

Zweitens sollte das Schlafzimmer dunkel und ruhig sein. Haustiere, die den Schlaf stören könnten, sollten in einem anderen Raum nächtigen.

Koffein, Alkohol und große Mahlzeiten sind zudem laut Knowlden vor dem Schlafengehen tabu. Bewegung am Tag könnten ebenfalls zu einem besseren Schlaf führen. „Je mehr wir die Menschen dazu ermutigen können, nachts besser zu schlafen, desto besser“, so Knowlden. „Schlaf beeinflusst alles.“