Warschau - Kinder, die sich vegan ernähren oder ernährt werden, sind durchschnittlich drei Zentimeter kleiner als ihre Altersgenossen. Dies geht aus einer Studie hervor, die im American Journal of Clinical Nutrition erschienen ist und vom UCL Great Ormond Street Institute of Child Health und dem Children’s Memorial Health Institute in Polen durchgeführt wurde.

Demnach hatten die untersuchten Kinder, die alles essen, außerdem stärkere Knochen als die veganen Altersgenossen. Konkret bedeutet das: Der Knochenmineralgehalt liegt bei veganen Kindern um durchschnittlich vier bis sechs Prozent niedriger.

Für die Studie wurden 2014 bis 2016 187 gesunde 5- bis 10-Jährige in Polen ausgewählt. Davon waren 63 Kinder Vegetarier, 52 Veganer und 72 Omnivore. Anschließend sammelte das Team Daten zu Wachstum, Körperzusammensetzung, kardiovaskulärem Risiko und Mikronährstoffstatus bei vegetarischen oder veganen Kindern und verglich sie mit der Gruppe der Kinder, die Fleisch essen. Die durchschnittliche Dauer des Verzichts auf Fleisch betrug 5,3 Jahre für Veganer und 5,9 Jahre für Vegetarier.

Vegane Kinder haben dafür ein gesünderes Herz

Kinder, die sich vegan ernährten, wiesen zudem einen dreimal häufigeren Vitamin-B12-Mangel auf. Die Studie ergab aber auch, dass Kinder mit veganer Ernährung ein gesünderes Herz-Kreislauf-Profil und weniger Körperfett als omnivore Kinder haben.

Die Autoren der Studie betonen die Notwendigkeit zusätzlicher Vitamin-B12- und Vitamin-D-Ergänzungen bei veganer Ernährung und dass mehr getan werden muss, um Familien mit vegetarischen und veganen Kindern für die Vitamin-Ergänzung zu sensibilisieren – auch um ein künftiges Osteoporose- und Frakturrisiko zu minimieren.

Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Textes wurde die Bezeichnung „Allesfresser“ verwendet. Wir haben diesen Fehler korrigiert. Wir entschuldigen uns bei unseren Leserinnen und Lesern für den Begriff „Allesfresser“.