Oslo - Wissenschaftler haben bestätigt, was viele Sex-Ratgeber schon lange nahelegen: Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Einschätzung des eigenen Äußeren und der Qualität von Geschlechtsverkehr. Überdies stellten die Forscher aus Norwegen fest, dass Menschen, die zufriedener mit ihrem Aussehen sind, weniger gestresst von mangelnder Erregung und ausbleibendem Orgasmus sind. 

In der Studie, die im Journal of Sexual Medicine erschienen ist, heißt es: „Wir fanden heraus, dass die Zufriedenheit mit dem Aussehen mit der Meldung von weniger sexuellen Problemen verbunden war und insbesondere mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit, Probleme mit mangelnder Freude, fehlender Aufregung und fehlendem Höhepunkt zu erleben.“

Die Autoren empfehlen daher, in Therapien für Menschen mit sexuellen Problemen insbesondere auf die Selbstwahrnehmung des Erscheinungsbildes zu achten. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Äußeren spiele insbesondere im Zusammenhang mit Erregung und Vergnügen eine Rolle. 

Forscher: Wer mit dem Aussehen zufrieden ist, kann beim Sex präsenter sein

Studienautorin Camila S. Øverup hält gegenüber PsyPost fest: „Die Wahrnehmung des Selbst kann sehr tiefgreifende Auswirkungen auf die Beziehungsdynamik haben.“ Über die Gründe für die Zusammenhänge zwischen sexueller Erregung und dem Blick auf das eigene Äußere mutmaßen die Wissenschaftler: Menschen, die mit ihrem Aussehen zufriedener sind, besitzen vermutlich eher die Fähigkeit, „im Moment (beim Sex) präsent zu sein und sich möglicherweise weniger Sorgen über sexuelle Probleme machen, wenn diese Probleme vorhanden sind“. 

Anstatt sich auf den Sexualpartner zu konzentrieren, sehen sich unsichere Menschen möglicherweise während des Akts aus der Perspektive einer dritten Person, heißt es. Dieses „Zuschauen“ würde offenbar weniger auftreten, wenn die Zufriedenheit mit dem eigenen Aussehen höher sei, so die Forscher.