Wissenschaftler der Universität Edinburgh kommen zu dem Schluss, dass von Bots in sozialen Netzwerken verbreitete Posts zu „umstrittenen“ Themen einen deutlich geringeren Einfluss haben als Meinungsposts von Prominenten. Im Abstract der Studie heißt es: „Unsere Analyse hat gezeigt, dass Bot-Interaktionen mit Benutzern, die bestimmte Ansichten vertreten, im Vergleich zu den einflussreichen Konten minimal waren.“

Untersucht wurden offenbar die Tweets von 4000 Twitter-Nutzern zu sieben verschiedenen Themen – darunter der Brexit und der Klimawandel. Diese Daten seien verwendet worden, um mittel- und unmittelbare Interaktionen mit mehr 19 Millionen weiteren Konten – samt Bots – zu analysieren. Dabei wurde zudem der Effekt von Bots auf „Verhaltensweisen, die die Meinung der Nutzer prägen“, also Likes, Retweets und Kommentare, mit Accounts von Influencern verglichen.

Studie: Prominente haben größten Einfluss auf Meinungen, nicht Bots

Das Ergebnis: Tweets, die von Personen mit mehr als 10.000 Followern geteilt werden hatten offenbar den meisten Einfluss auf die Ansichten anderer Nutzer. Die Informatiker schlossen damit eine Forschungslücke, heißt es. Erstmals wurde analysiert, „ob Bots Teil der Signale sind, die die Haltung der Social-Media-Nutzer zu kontroversen Themen formuliert haben“. Die Forscher beschränkten sich in ihrer Analyse auf Twitter, unter anderem weil viele Studien gezeigt hätten, dass in diesem sozialen Netzwerk besonders viele Bot-Accounts vertreten seien.

Studienautorin Dr. Wali Magdy hält dazu fest: „Millionen von Menschen verlassen sich auf soziale Medien als Hauptnachrichtenquelle, was bedeutet, dass Informationen, die sie dort sehen, einen großen Einfluss auf ihre Ansichten haben können. Unsere Studie legt nahe, dass die Befürchtungen, dass Bots schädliche Nachrichten in sozialen Medien verbreiten, überbewertet sein könnten.“ Die Ergebnisse zeigten Magdy zufolge, dass Influencer den größten Einfluss auf Meinungen haben, nicht Bots. Dies gelte für verschiedene Themen und möglicherweise auch für aktuelle Bedenken hinsichtlich Bots, die Covid-19-Verschwörungstheorien verbreiten und sich gegen Impfstoffe aussprechen.