Mehrere Preprint-Studien weisen darauf hin, dass Auffrischungsimpfungen mit Vakzinen, die explizit für die Omikron-Variante entwickelt worden sind, offenbar nicht besser wirken als eine dritte Dosis mit herkömmlichen Corona-Impfstoffen. Wie die Fachzeitschrift Nature berichtet, sind diese Publikationen jedoch noch unter Vorbehalt zu betrachten, denn: Sie wurden bislang keinem Peer-Review-Verfahren unterzogen. Zudem wurde in den meisten Fällen bisher nur mit wenigen Tieren geforscht. So umfasste beispielsweise eine Studie von US-amerikanischen Wissenschaftlern nur acht Primaten, heißt es.

Die neue Variante hatte die Impfstoffhersteller dazu bewegt, auf Omikron abgestimmte Zusammensetzungen zu entwickeln. Biontech und Moderna gaben kürzlich bekannt, dass sie klinische Studien mit den angepassten Impfstoffen durchführen würden. Die Daten der Pharmaunternehmen liegen noch nicht vor, doch die Preprint-Studien geben nun bereits Hinweise auf den Nutzen der überarbeiteten Impfstoffformulierungen.

Biontech: Erste Omikron-Impfstoffdosen im April oder Mai lieferbar

David Montefiori, Direktor des Labors für AIDS-Impfstoffe Forschung und Entwicklung am Duke University Medical Center in Durham, USA, hält gegenüber Nature fest: „Was wir aus diesen präklinischen Studien in Tiermodellen herausbekommen, ist, dass eine Auffrischung mit einer Impfstoffvariante nicht wirklich besser wirkt als eine Auffrischung mit dem aktuellen Impfstoff.“

Unterdessen rechnet Biontech-Gründer Ugur Sahin, dessen Unternehmen einen speziell an Omikron angepassten Impfstoff entwickelt, mit einer ersten Auslieferung in den kommenden Monaten. Gegenüber dem Sender Bild live sagte Sahin, er gehe davon aus, dass die ersten Impfstoffdosen im April oder Mai geliefert werden können. Voraussetzung sei, dass die europäische Arzneimittelbehörde EMA bis dahin zulassungsrelevante Daten erhalte. Sahin ist zuversichtlich, dass Biontech auch Vakzine für neue Varianten herstellen kann.