Das Wichtigste zum Sturm in Kürze

  • Ein Orkantief fegte am Donnerstag über das Land, auch Berlin und Brandenburg waren betroffen, die Berliner Feuerwehr war zwischenzeitlich im Ausnahmezustand.
  • Wegen des Sturms kam es zu Einschränkungen im Bahnverkehr, auch die S-Bahn Berlin war betroffen. Zwischenzeitlich gab es bei etwa 20 Buslinien der Berliner Verkehrsbetriebe Unterbrechungen. 
  • Es wird weiterhin davor gewarnt, öffentliche Grünanlagen in Berlin und Brandenburg zu betreten.
  • In der Uckermark wurde ein Lokführer von einem Ast getroffen und tödlich verletzt.
  • Überall in Deutschland gab es zahlreiche Feuerwehreinsätze und Unfälle wegen des Sturms, für die Nordsee bestand eine Sturmflut-Warnung.
  • Auch die Nachbarländer Polen, Frankreich und die Niederlande wurden vom Sturm getroffen.

Freitag, 22. Oktober

15.46 Uhr: Beim Betreten von Wäldern und Parks sei Vorsicht geboten, twittert die Berliner Umweltverwaltung. Am Donnerstag seien Hunderte Bäume entwurzelt worden und Äste gebrochen. Auch heute bestehe noch Gefahr von herabfallendem Geäst – besonders in den Ortsteilen Tegel und Köpenick.

15.05 Uhr: Trotz Sturmwarnungen des Deutschen Wetterdienstes hat es bisher keine größeren wetterbedingten Einsätze bei der Berliner Feuerwehr gegeben. Nur ein Baum sei in einem Park umgestürzt, Menschen wurden dabei nicht verletzt. Das Einsatzgeschehen sei nicht mit gestern vergleichbar, als die Behörde den „Ausnahmezustand Wetter“ ausrufen musste, hieß es. Alle Einsatzkräfte der Stadt seien aber weiterhin in Alarmbereitschaft und bestens vorbereitet.

10.22 Uhr: Der Berliner Zoo hat am Freitag wieder geöffnet. Am Tag zuvor war die Anlage aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Auf Twitter teilte der Zoo nun mit: „Alles gut gegangen: Tiere und Mitarbeiter haben den gestrigen #Sturm unbeschadet überstanden, sodass wir heute wieder für euch öffnen können!“ 

9.37 Uhr: Während des Sturms ist am Donnerstag ein Lokführer bei Templin (Uckermark) von einem herabstürzenden Ast erschlagen worden. Der Unfall passierte auf der Bahnstrecke nach Eberswalde. Der 50-Jährige kam nach Angaben der Brandenburger Polizei schwer verletzt in ein Krankenhaus, wo er am Freitagmorgen starb. Der Mann hatte am Donnerstagmittag seine Regionalbahn gestoppt, um zusammen mit einem Kollegen Äste zu beseitigen, die durch den Sturm von Bäumen auf die Gleise gefallen waren und die ihn an der Weiterfahrt hinderten. Dabei war er selbst von einem Ast getroffen worden.

 7.30 Uhr: Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilt, wird es am heutigen Freitag noch mal strake Windböen geben. Am Wochenende beruhigt sich der Sturm wieder. Dabei strömt kühle Luft nach Berlin und Brandenburg. Demnach frischt der Wind heute noch einmal etwas auf. Dabei können Böen Windgeschwindigkeiten bis etwa 70 Kilometer je Stunde, in freien Lagen auch 85 Kilometer je Stunde erreichen. Das entspricht den Windstärken acht und neun. Gegen Abend flaut der Wind wieder ab.

Für den Samstag wird nur noch mäßiger, im Osten Brandenburgs auch frischer Wind vorhergesagt. Die Wolken lockern auf und es gibt längere sonnige Abschnitte. Es wird zwischen 10 bis 13 Grad warm. Der Sonntag wird bei unveränderten Temperaturen heiter, trocken und schwachwindig.

6.47 Uhr: Bisher ist es noch ruhig. Bei der Feuerwehr sind am Freitagmorgen noch keine Wetterwarnungen oder Notrufe aufgrund des Wetters eingegangen. „Das kann sich natürlich ändern, sobald es hell ist“, sagt ein Mitarbeiter aus dem Lagedienst. Die Berliner Einsatzkräfte erwarten am heutigen Freitag Sturmböen mit Windstärke 7 bis 8. Es wird also nicht so heftig wie am Donnerstag, als es Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h (Windstärke 10) gab.

Donnerstag, 22. Oktober

20.13 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst warnt auch für Freitag vor Sturm in Berlin und Brandenburg. Die Warnung vor Sturmböen gilt von 12 bis 18 Uhr. Laut dem Wetterdienst treten dann Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 55 km/h und 70 km/h anfangs aus südwestlicher, später aus westlicher Richtung auf. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen muss mit Sturmböen bis 80 km/h gerechnet werden.

19.37 Uhr: Die Berliner Feuerwehr hat den sturmbedingten Ausnahmezustand beendet. Von 8 bis 19 Uhr habe die Feuerwehr 372 Einsätze bewältigt, teilten die Rettungskräfte mit. Zum Teil liefen die Einsätze am Abend noch. Eine Frau wurde demnach im Sturmtief „Ignatz“ leicht verletzt.

19.20 Uhr: Auch in den Nachbarländern Deutschlands hat der Sturm gewütet: Im Norden Frankreichs waren zeitweise rund 250.000 Haushalte ohne Strom. In Polen starben vier Menschen bei unwetterbedingten Unfällen. Die Behörden in den Niederlanden riefen die zweithöchste Warnstufe aus. Berichten zufolge wurden vier Menschen bei Minitornados verletzt. Die niederländische Fluggesellschaft KLM strich wegen des Unwetters mehr als 60 Flüge.

18.55 Uhr: Auf der A31 in Niedersachsen wurde ein Auto von einer Windböe erfasst. Die Fahrerin verlor die Kontrolle und kam von der Fahrbahn ab, ihr Auto überschlug sich und blieb auf der Fahrerseite liegen – sie kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

dpa/Ulf Zurlutter/Nord-West-Media TV
Eine Autofahrerin ist mit ihrem Wagen bei stürmischem Wetter auf der Autobahn 31 nahe Wietmarschen verunglückt.

18.36 Uhr: In Brandenburg ist ein Regionalzug zum Stehen gekommen. Ein Mitarbeiter habe dort Äste von den Schienen geräumt, teilte die Polizei mit. Der Mann sei dabei verletzt worden. Die Bild berichtet, es handele sich um den Lokführer, der beim Versuch, einen Baum von den Gleisen zu ziehen von einem weiteren Baum getroffen worden sei.

18.19 Uhr: Die Überführung des Aida-Kreuzfahrtschiff „Aidacosma“ von der Meyer-Werft zur Nordsee muss wegen des Sturms um 24 Stunden verschoben werden. Eigentlich sollte sie in der kommenden Nacht stattfinden. Die „Aidacosma“ soll nun am Samstag gegen 1 Uhr nachts die etwa 40 Kilometer Schleppfahrt antreten, teilte die Werft mit. Wegen der Wind- und Wetterlage könne sich der Zeitplan aber auch erneut verschieben. 

18.18 Uhr: Die S7 fährt wieder durchgehend von und nach Potsdam Hauptbahnhof, teilt die S-Bahn Berlin mit.

17.59 Uhr: Überall in Deutschland rückten die Feuerwehren wegen umgestürzter Bäume, herabgefallener Äste und Teile von Dächern aus. Im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg kollidierte in der Nacht ein Güterzug mit einem herabgefallenen Ast auf dem Gleis. In Hamburg-Ohlsdorf stürzten zwei etwa 15 Meter hohe Bäume auf ein Auto und ein vierstöckiges Mehrfamilienhaus. Verletzt wurde dabei niemand.

Auch in Bayern verursachte der Sturm erste Schäden. Die Polizei meldete Dutzende Einsätze. Teilweise kam es auch zu Stromausfällen. In Düsseldorf rückte die Feuerwehr meist wegen loser Äste, umgekippter Bäume oder Absperrungen an Baustellen aus. 

In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt bleibt der Zugverkehr der DB Regio bis auf weiteres eingestellt.

17.25 Uhr: Der Ausnahmezustand bei der Berliner Feuerwehr wurde bis 18 Uhr verlängert. Es gibt noch zu viele offene Einsätze, die abgearbeitet werden müssen, sagt Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. 

17.17 Uhr: Für den Nachmittag und Abend warnt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie vor einer Sturmflut an der Nordsee sowie im Weser- und Elbegebiet. Das Hochwasser werde an der Nordseeküste 1,00 bis 1,50 Meter und im Weser- und Elbegebiet etwa 1,50 Meter über dem Mittleren Hochwasser betragen, heißt es. Weitere Sturmfluten am Freitag seien nicht ausgeschlossen. Der Scheitelpunkt in Hamburg-St.-Pauli soll am Donnerstag um kurz nach 18 Uhr erreicht werden.

16.48 Uhr: Der Sturm hatte keine Auswirkungen auf den Flugverkehr am Flughafen Berlin Brandenburg, sagte Sprecherin Sabine Deckwerth. Es habe keine signifikanten Verspätungen gegeben. Aus Sicherheitsgründen bleibt die Besucherterrasse heute und morgen geschlossen.

16.20 Uhr: Wie die Berliner Feuerwehr gerade auf Twitter mitteilt, dauert der „Ausnahmezustand Wetter“ weiter an. Von 8 bis 16 Uhr konnten die Einsatzkräfte zusammen mit der Unterstützung Freiwilliger Feuerwehren 339 wetterbedingte Einsätze erfolgreich bewältigen. In den meisten Fällen mussten herabgestürzte Äste, umgestürzte Bäume oder lose Bauteile beseitigt werden, heißt es.

Bisher wurde ein Mensch verletzt, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. Die Frau erlitt an der Ella-Kay-Straße in Prenzlauer Berg Verletzungen am Fuß, als ein Ast herabstürzte. An der Torstraße stürzte ein Baum auf ein fahrendes Taxi. Alle Insassen hatten Glück, die Karosserie hielt der Last stand. Der Wagen wurde jedoch stark beschädigt. An der Oranienstraße/Alte Jakobstraße in Kreuzberg hat die Rüstgruppe gerade mit einem Kran einen Baum von der Straße geräumt.

Benjamin Pritzkuleit
Ein Baum stürzte an der Torstraße auf ein fahrendes Taxi. Die Insassen blieben unverletzt. 

16.15 Uhr: Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein zur derzeitigen Lage: „Wir haben noch immer 58 offene Einsätze abzuarbeiten. Es gibt vereinzelt immer noch starke Windböen. Aber zusammenfassend kann man jetzt schon sagen, dass wir hier in Berlin Glück hatten.“ 

16.07 Uhr: Wie die staatliche Schlösserverwaltung in Sachsen mitteilte, sind vier ihrer Parks und Gärten vorsorglich geschlossen worden. Betroffen sind demnach die bei Touristen beliebten Anlagen der Schlösser Pillnitz und Rammenau, der Barockgarten Großsedlitz und der Klosterpark Altzella.

15.35 Uhr: Der S-Bahnverkehr zwischen Waidmannslust und Frohnau rollt wieder, teilt die S-Bahn Berlin gerade mit. Einsatzkräfte haben einen Baum von den Gleisen geräumt.  Die Regionalbahn RB18362, planmäßige Abfahrtszeit 14.53 Uhr vom Bahnhof Berlin-Lichtenberg fällt aus. Nach Angaben der Deutschen Bahn soll ab Königs Wusterhausen ein Ersatzzug eingesetzt werden. Grund: Baum im Gleis.

15.16 Uhr: Wie die S-Bahn Berlin mitteilt, fährt die S5 zwischen Hoppegarten und Strausberg nur im 40 Minuten Takt.

15.10 Uhr: Laut Informationen des RBB sind in Cottbus und in den Landkreisen Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald über 3100 Haushalte ohne Strom.

15.04 Uhr: Ein Eingang des U-Bahnhofs Johannisthaler Chaussee der Linie U7 in Berlin wurde vorsorglich für den Publikumsverkehr gesperrt. An einem Vordach der dortigen Einkaufspassage haben sich Teile gelöst, teilt die BVG mit. 

14.30 Uhr: Die S-Bahnen der Linie S5 fahren wieder bis und von Strausberg. Zwischen Strausberg und Strausberg Nord besteht Ersatzverkehr, aber auch der fährt, teilt die S-Bahn Berlin mit.

14.26 Uhr: Bis die Parkanlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg wieder öffnen, dauert es wohl noch eine Weile. Über Öffnungen könne man erst reden, wenn amtliche Entwarnungen vorliegen, sagte ein Sprecher der Stiftung in Potsdam. Außerdem müsse dann auch geprüft werden, wie hoch mögliche Schäden seien. „Unter Umständen gibt es noch Aufräumarbeiten. Wenn alles gut geht, können wir frühestens am Freitagvormittag wieder öffnen“, sagte der Sprecher.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg warnt weiter vor dem Betreten von Grünanlagen. Durch die extreme Trockenheit in mehreren aufeinander folgenden Sommern seien die Stadtbäume derzeit besonders geschwächt. „Für Menschen, die sich in Parks, Grünanlagen und auf Spielplätzen aufhalten, besteht daher Lebensgefahr“.

14.22 Uhr: Die Aussichten für Berlin: Für den restlichen Donnerstag rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Berlin und Brandenburg mit Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 85 Kilometern pro Stunde. Lokal seien Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde, in Gewitternähe einzelne orkanartige Böen bis 110 Kilometer pro Stunde nicht ausgeschlossen. Die amtliche Warnung vor schweren Sturmböen gilt noch bis 18 Uhr, die Warnung vor Windböen bis 22 Uhr.

14.17 Uhr: Auf einigen Strecken in NRW rollen wieder erste Fernzüge. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, werde der Zugverkehr auf ersten Strecken nach und nach wieder aufgenommen. Es komme jedoch weiter zu Ausfällen und Verspätungen in weiten Teilen Deutschlands. Wie lange die Behinderungen andauerten, sei noch nicht abzusehen. So dauern die Aufräumarbeiten auf der Strecke Düsseldorf und Köln weiter an, auch sei die ICE-Strecke nach Wuppertal noch nicht befahrbar, sagte ein Sprecher.

14.10 Uhr: Durch umgestürzte Bäume und herabfallende Äste wurden Stromleitungen beschädigt. In Teilen Brandenburgs, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens gebe es einen Stromausfall, teilt die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mit. 50.000 Menschen sind betroffen.

14.09 Uhr: Die beiden großen Bäume in Pankow, die in eine Hauswand gestürzt waren, sind beseitigt. Verletzt wurde niemand, twittert die Feuerwehr.

13.55 Uhr: Die S-Bahn Berlin teilt auf Twitter mit, dass weiterhin mehrere Zugstrecken derzeit unterbrochen sind. 

13.44 Uhr: In Brandenburg haben umgestürzte Bäume vor allem Telefon- und Stromleitungen beschädigt. Größere Schäden oder Schwerverletzte gab es nach ersten Angaben zunächst nicht, wie die regionalen Leitstellen für Brand- und Katastrophenschutz mitteilten.

13.35 Uhr: Nach Nordrhein-Westfalen wurde nun auch der Bahnverkehr in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt bis auf Weiteres eingestellt, teilte die Deutsche Bahn mit. Zunächst war die Höchstgeschwindigkeit auf allen Strecken in Thüringen auf 80 Kilometer pro Stunde gesenkt worden. 

13.25 Uhr: Laut RBB sind das die stärksten fünf Windböen der letzten drei Stunden:
94 km/h in Berlin-Schönefeld (Windstärke 10 = schwerer Sturm)
91 km/h in Berlin-Dahlem (Windstärke 10 = schwerer Sturm)
89 km/h in Potsdam, Baruth Wiesenburg/Mark, Langenlipsdorf, Bad Liebenwerda und Manschnow (Windstärke 10 = schwerer Sturm)
87 km/h in Lindenberg (Windstärke 9 = Sturm)
85 km/h in Müncheberg (Windstärke 9 = Sturm)

13.12 Uhr: Die S-Bahn Berlin teilt mit, dass der Zugverkehr zwischen Hoppegarten und Strausberg unterbrochen ist. Wegen eines Baumes auf den Gleisen fällt der Zugverkehr zudem zwischen Fredersdorf und Strausberg aus. Umfahrungsmöglichkeiten gibt es mit den Buslinien 950 und 951 oder 932 und 949.

Ebenfalls wegen umgestürzten Bäumen fällt die Regionalbahn RB18618 ab Flughafen BE zum Terminal 1-2 (Abfahrtzeit 12.59 Uhr) aus. Laut Bahn sollten Reisende den nachfolgenden Zug um 13.59 Uhr ab Flughafen BER zum Terminal 1-2 nutzen. 

12.55 Uhr: Vor 50 Minuten hatte die Berliner Feuerwehr 264 Einsätze gleichzeitig zu bewältigen, sagte Sprecher Thomas Kirstein. Davon waren rund 65 wetterbedingt, der Rest vor allem Rettungseinsätze. „Wir sind am Limit. Das Tagesgeschäft läuft natürlich auch weiter“, so Kirstein. So gab es zeitgleich einen größeren Brand an der Martin-Buber-Straße in Zehlendorf. Dort war Müll in einem Bauschuttcontainer in Brand geraten. Die Flammen griffen auf ein danebenstehendes Haus über. „Zum Glück waren die Kollegen der zuständigen Feuerwehrwache gerade verfügbar und nicht bei einem wetterbedingten Einsatz“, erklärte Kirstein.

12.50 Uhr: Auf der Mosel bei Koblenz ist am Vormittag ein Passagierschiff mit 180 Menschen an Bord durch eine starke Böe gegen einen Brückenpfeiler gedrückt worden. Schiff und Brücke seien dabei beschädigt worden, verletzt wurde niemand. 

12.45 Uhr: Die Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz musste am Vormittag geschlossen werden. Aufgrund starker Windböen wurden die Besucher, die auf dem Plateau 240 Meter über der Elbe unterwegs waren, nach unten geschickt. Am frühen Nachmittag soll die Lage geprüft und neu entschieden werden.

12.18 Uhr: Die Bahn hat den Fernverkehr wegen Sturmschäden in ganz Nordrhein-Westfalen vorübergehend eingestellt. Dadurch kommt es im gesamten Bundesgebiet zu Zugausfällen und Beeinträchtigungen, teilte die Bahn mit. Das könne auch Auswirkungen auf den Fernverkehr in Berlin haben. Fahrgäste können ihr gebuchtes Ticket bis zu sieben Tage später einlösen.

Besonders betroffen seien laut ARD Tagesschau das Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Teile Sachsens. Es gebe derzeit keine Reisemöglichkeiten mit dem Fernverkehr von und nach NRW in Richtung Hamburg, Hannover, Kassel-Wilhelmshöhe und Frankfurt am Main. Die ICE-Züge von und nach Amsterdam und von und nach Brüssel fallen komplett aus.

12 Uhr: Bei der Berliner Feuerwehr sind seit 8 Uhr 163 wetterbedingte Einsätze eingegangen. 65 davon sind (Stand 12 Uhr) noch offen. Es können aber jederzeit wieder welche dazu kommen, so ein Sprecher der Feuerwehr. Vereinzelt wurden auch Menschen durch herabstürzende Gegenstände verletzt. Eine Frau wurde vom Ast getroffen und erlitt dabei eine Beinfraktur. 

Einer der größten Einsätze, die die Feuerwehr gerade abzuarbeiten hat, ist in Pankow. Dort sind zwei Bäume mit einem Meter Durchmesser auf ein Haus und einen Stromverteilerkasten gestürzt. Die Höhenrettung ist zur Zeit auf mehreren beschädigten Dächern.  

10.30 Uhr: Die Feuerwehr hat um 9.50 Uhr den wetterbedingten Notstand ausgerufen. Zwischen 8 und 10 Uhr habe es in Berlin mindestens 50 wetterbedingte Einsätze gleichzeitig gegeben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Da die Berufsfeuerwehr schnell an ihre Grenzen gestoßen ist, wird sie nun von Freiwilligen Feuerwehren unterstützt. „Die meisten Einsätze können gerade nur nach und nach abgearbeitet werden. Notrufe, wo klar ist, da sind Menschen in Gefahr, haben absolute Priorität“, sagte der Feuerwehrsprecher.

 Um die Schäden und Brisanz der Einsätze im Vorfeld zu bewerten, werden Erkunder eingesetzt, die sich erstmal ein Bild von der Lage vor Ort machen. Dann erst werden Einsatzkräfte mit der jeweiligen Technik losgeschickt. „Deshalb kann es hier und da auch mal drei bis vier Stunden dauern heute, bis wir das Problem gelöst haben“, so der Feuerwehrsprecher. Die Retter hatten unter anderem in den Stadtteilen Prenzlauer Berg und Mitte Einsätze, wo Menschen in ihren Autos unter Bäumen eingeschlossen waren. Außerdem war ein Baum auf einen Fuß gestürzt.

9.30 Uhr: Laut BVG ist derzeit der Verkehr auf der U-Bahnlinie U2 wegen eines umgestürzten Baums komplett unterbrochen. Auch auf den S-Bahn-Linien S1, S25 und S26 müssen Fahrgäste mit Verspätungen und Ausfällen rechnen.

9 Uhr: Die Berliner Feuerwehr rät wegen Sturmtief „Ignatz“:

  • Halten Sie Balkon- und Terrassenabläufe sowie alle zum Gebäude gehörenden sonstigen Abläufe frei von Blättern und Blüten!
  • Fahren Sie Markisen ein, schließen Sie Sonnenschirme!
  • Ziehen Sie Netzstecker und Antennenkabel von Fernsehgeräten und PCs!
  • Bekämpfen Sie kleinere Wasserschäden selbst. Sie halten damit Feuerwehrkräfte für wichtige Einsätze frei.
  • Bleiben Sie bei Sturm und Gewitter im Haus – das ist der sicherste Ort. Sollten Sie im Freien überrascht werden, gehen Sie in Hockstellung. (mit dpa)

6 Uhr: Im Laufe des Donnerstags rechnete der DWD für Berlin und Brandenburg mit Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 85 Kilometern pro Stunde. Besonders in der Südhälfte der Länder könne es demnach vereinzelt sogar zu schweren Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde kommen. Außerdem sei örtlich mit schweren Gewittern mit teils orkanartigen Böen zu rechnen.

Wegen des Sturmtiefs „Ignatz“ hatte der DWD bereits am Mittwoch ausdrücklich gewarnt vor herabstürzenden Ästen am Donnerstag und Freitag. Der Wetterdienst empfahl, das Haus am besten nicht zu verlassen. In Parks und Grünanlagen in Berlin gelte Lebensgefahr, warnte das Straßen- und Grünflächenamt von Mitte. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin-Brandenburg wies ebenfalls auf die Gefahr durch Astabbrüche in den Anlagen. Außerdem werden in Berlin werden der Zoo und der Tierpark wegen der Sturmwarnung geschlossen bleiben.  

Die Bahn meldete am frühen Morgen zudem vereinzelte Verspätungen aufgrund von technischen Störungen, die von dem Sturm verursacht worden seien, wie eine Bahn-Sprecherin sagte. Zwischen Halbe und Lübbe im Spreewald führen die Züge nur eingleisig, da ein Baum auf die Gleise gefallen sei. Im Großen und Ganzen laufe der Verkehr jedoch rund.