Hohe Wellen in Nizza.
Foto: dpa/Serge Haouzi

NizzaInfolge von Unwettern mit Überschwemmungen sind im Südosten Frankreichs und in Norditalien mehrere Menschen ums Leben gekommen.

In Italien kamen laut Medienberichten vermutlich mindestens fünf Menschen ums Leben. In Orten an der Mittelmeerküste in Ligurien, etwa in Sanremo, wurden demnach drei Leichen entdeckt. Im Hinterland von Nizza galten mindestens acht Menschen als vermisst, darunter zwei Feuerwehrleute. Von anderen fehlten Nachrichten. Es gebe große Sorge hinsichtlich der endgültigen Opferbilanz, wie Regierungschef Jean Castex bei einem Besuch in der Krisenregion sagte.

In Österreich mussten Rettungskräfte zu zahlreichen Einsätzen wegen umgestürzter Bäume und Überflutungen ausrücken. Ein vierjähriges Mädchen wurde bei einer Wanderung von einem Baum erschlagen. In der Schweiz brachte das Tief am Sonnabend große Mengen Regen mit sich, die dortige A2 war stundenlang wegen Überflutung gesperrt.

Im französischen Département Alpes-Maritimes und in Norditalien liefen am Sonntag Aufräumarbeiten. In Frankreich wurden rund 1000 Feuerwehrleute und die Armee eingesetzt. In der italienischen Region Piemont waren Straßen und Brücken beschädigt und Städte überschwemmt. Die Regionen Piemont und Ligurien beklagten Schäden in Millionenhöhe.

In den Bergen nördlich von Nizza waren Dörfer zeitweise nicht mehr erreichbar und das Telefonnetz zusammengebrochen. Tausende Haushalte waren ohne Strom. Retter brachten Wasser und Lebensmittel in die Region. Rémi Recio, Leiter des Mitarbeiterstabes des örtlichen Präfekten, sprach von einer „meteorologischen Bombe“, die über dem Département niedergegangen sei. Vom Hubschrauber aus habe er kriegsähnliche Szenen gesehen. „Man hat den Eindruck, dass das Gebiet bombardiert wurde“, so Recio.

Teilweise so starker Regen wie seit rund 60 Jahren nicht

Häuser seien von den Wassermassen weggerissen worden, es gebe immer noch große Unsicherheit: „Wir wissen derzeit nicht, ob die Häuser bewohnt oder Ferienhäuser waren“, sagte Recio dem Sender France Info. Zu den acht Vermissten sagte er, es gebe Zeugenaussagen, dass diese in den Fluten verschwunden seien.

Im Nordwesten Italiens regnete es von Freitag auf Sonnabend teilweise so stark wie seit rund 60 Jahren nicht mehr. Der Strom fiel für Tausende Menschen aus. 21 Menschen, die im Piemont als vermisst galten, wurden der Nachrichtenagentur AFP zufolge auf der anderen Seite der Grenze im Hinterland von Nizza gefunden.

Auch eine deutsche Trekkinggruppe mit fünf Männern und einer Frau, die im piemontesischen Tal Valle Gesso zunächst als vermisst galt, wurde auf einer Hütte entdeckt und in Sicherheit gebracht. Südfrankreich wird seit Jahren immer wieder von schweren Unwettern getroffen.