MadridSchneechaos in Spanien: Mindestens drei Menschenleben hat das Sturmtief „Filomena“ bereits gefordert und die Hauptstadt Madrid unter einer Schneedecke lahmgelegt.

„Wir haben noch schwere Stunden vor uns“, sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska am Sonnabend bei einer Bilanz. Er rief die Spanier dazu auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben.

Nach Angaben der Behörden wurde in Zarzalejo im Nordwesten der Region Madrid ein 54-Jähriger tot geborgen, der mutmaßlich in der Nacht von Schneemassen begraben worden war. Ein Mann und eine Frau starben in Fuengirola in der Provinz Málaga im Süden Spaniens, als ihr Fahrzeug in der Nacht bei Überschwemmungen von Wassermassen mitgerissen wurde.

Dutzende Menschen warten noch immer auf Hilfe

Allein in der besonders schwer betroffenen Region Madrid seien seit Freitagabend fast 1500 Menschen gerettet worden, die vom Schnee in ihren Fahrzeugen festgesetzt worden waren. Nach Medienberichten warteten am Sonnabend bei gefühlten minus fünf Grad vor allem auf den Ringautobahnen der Hauptstadt noch Dutzende Menschen auf Hilfe. Sie hatten die Nacht in ihren Autos verbringen müssen.

Sturmtief „Filomena“ tobt seit Donnerstag und mindestens noch bis Sonntagabend vor allem in Madrid, im Zentrum und im Osten des Landes. Im Zusammenspiel mit anderen Wetterphänomenen verursachte das Sturmtief heftige Schnee- und Regenfälle, starke Winde und hohe Wellen.

Die höchste Alarmstufe Rot wurde für Madrid und für zehn von insgesamt 50 Provinzen Spaniens ausgerufen. In Madrid stellten der Flughafen und die S-Bahn den Betrieb am Sonnabend vorerst komplett ein. Die Eisenbahngesellschaft Renfe strich viele Verbindungen. Zudem wurden im ganzen Land nach Angaben der Behörden rund 400 Autobahnen, Landstraßen und andere Straßen gesperrt.