Berlin - Nach der verheerenden Sturzflut in Indien wurden am Dienstag noch immer 165 Personen vermisst. Mindestens 32 Menschen starben, nachdem ein riesiger Gletscher am Sonntagmorgen von einem Berg im Himalaya abgebrochen und in einen Fluss gestürzt war.

Die Rettungskräfte versuchten weiterhin, 35 Arbeiter aus einem 2,5 Kilometer langen Tunnel eines beschädigten Kraftwerks zu befreien, in das sie eingeschlossen waren. Bislang konnten die Helfer nach Behördenangaben etwa 100 Meter Schutt und Gesteine aus dem Tunnel räumen. „Hunderte Männer arbeiten rund um die Uhr“, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. „Aber die Chancen, sie lebend zu finden, schwinden mit jeder vergehenden Stunde.“ Das schroffe Terrain und die Kälte erschwerten die Lage.

Der Vorfall ereignete sich auf gut 2000 Meter Höhe im nordindischen Bundesstaat Uttarakhand. Die Schlamm- und Wassermassen beschädigten zwei Elektrizitätswerke sowie fünf Brücken; sie schwemmten Straßen und Häuser weg. Da sich der gesamte Gletscher flussabwärts bewegte, seien Menschen in tieferliegenden Dörfern in Sicherheit gebracht worden, hieß es. 13 Dörfer würden inzwischen per Helikopter mit Essen und medizinischer Hilfe versorgt, sagte Innenminister Amit Shah.

Einige indische Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Sturzflut mit dem Klimawandel und dem Gletscherschmelzen sowie der raschen Entwicklung der Region zusammenhängen könnten. So hat der Bau von breiteren Straßen und Kraftwerken die Region womöglich gefährdeter gemacht. In der hügeligen Landschaft gibt es immer wieder Unglücke.