Die S21-Baustelle in Stuttgart Ende Januar 2020.
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StuttgartLaut Südwestrundfunk (SWR) blockieren Bundesverkehrsministerium und Deutsche Bahn seit rund einem Jahr einen kritischen Bericht des Bundesrechnungshofs zu Stuttgart 21. Zuvor hatte die Stuttgarter Zeitung darüber berichtet.

Demnach sei das Bahnprojekt unwirtschaftlich und deutlich zu teuer im Vergleich zu dem Nutzen, den es der Allgemeinheit bringe. Außerdem sei es nicht „kostenehrlich“: „Wir wissen ja bis heute nicht, ob das denn ausreichen wird“, so Rechnungshofpräsident Kay Scheller im SWR.

Außerdem habe die Bundesregierung versagt bei der Kontrolle, der Stuttgart 21 als Teil der Infrastruktur hätte unterliegen müssen, so Scheller. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Fahrgastverband Pro Bahn fordern aufgrund der Kritik einen neuen Runden Tisch. Einen solchen hatte es 2010 unter der Vermittlung des inzwischen verstorbenen Heiner Geißler (CDU) gegeben.

Als Begründung dafür, die Veröffentlichung des Berichts abzulehnen, erklärten Verkehrsministerium und Deutsche Bahn laut Stuttgarter Zeitung, dass man die Bewertungen des Bundesrechnungshofs zu den Termin- und Kostenrisiken nicht teile. Der Zeitung zufolge plant der Rechnungshof dennoch, den Bericht mit zwei Schwärzungen – die seinen Angaben nach den Inhalt nicht wesentlich ändern – noch im September auf seiner Homepage zu veröffentlichen.