Den siebten Tag in Folge protestieren Lkw-Fahrer in Südkorea. Wie die New York Times berichtet, sind Teile der Industrie nun gezwungen, die Produktion zu drosseln und den Schiffsverkehr zu reduzieren. Das südkoreanische Handelsministerium ließ demnach am Montag wissen, dass der Streik in den ersten sechs Tagen zu Produktions- und Lieferunterbrechungen für Autos, Stahl und Chemie im Wert von 1,6 Billionen Won oder etwa 1,25 Milliarden US-Dollar geführt habe.

Dem Bericht zufolge ist der Streik ein weiterer Faktor, der die globalen Lieferketten belastet, da schon die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg diese belastet hätten. Denn: Die koreanische Industrie liefert wichtige Bauteile und Materialien für Halbleiter und Stahl, heißt es. So teilte Südkoreas größter Stahlhersteller Posco mit, er habe den Betrieb in einigen Anlagen gestoppt, weil es keine Lagerkapazitäten mehr gegeben habe.

Überdies ließ der Reifenhersteller Hankook Tire verlauten, er müsse die täglichen Lieferungen reduzieren. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge könnte jede andauernde Drosselung der Produktion und des Versands von Chips, Chemikalien und Autos die Befürchtungen über eine steigende Inflation in Südkorea und ein verlangsamtes Wachstum befördern.

Lkw-Fahrer in Südkorea fordern Mindestlohngarantien

Eine Vereinigung der Lkw-Fahrer, die Cargo Truckers Solidarity Union, teilte mit, sie fordere zum wiederholten Mal sicherere Bedingungen und angemessene Spritpreise, heißt es. Die südkoreanische Regierung will indes mit 100 Lastwagen des Militärs und 21 Fahrzeugen anderer Regierungsbehörden aufwarten, um die Lieferengpässe an den Häfen auszugleichen.

Laut einem Bericht von Reuters unter Berufung auf einen hochrangigen Gewerkschaftsvertreter erwägen die Lkw-Fahrer, auch Kohlelieferungen an ein Kraftwerk zu blockieren, sollte die Regierung sich ihren Forderungen nach Mindestlohngarantien verweigern. Insgesamt streikten nach Regierungsangaben am Montag etwa 7050 Menschen oder 32 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder. Die Regierung plant Reuters zufolge, die Gespräche mit der Cargo Truckers Solidarity Union fortzusetzen, um den Streik zu beenden.