Damaskus - Die syrische Regierung hat Deutschland die Unterstützung von Terrororganisationen vorgeworfen, weil es ein ehemals führendes Mitglied der Organisation Weißhelme aufgenommen hat. Es bestätige sich erneut, dass Deutschland an „feindseligen Aktionen“ gegen Syrien beteiligt sei, hieß es aus dem Außenministerium in Damaskus, wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete. Der Leiter der Weißhelme, Raid al-Saleh, wies die Vorwürfe am Dienstag zurück.

Das Auswärtige Amt hatte Anfang des Monats bestätigt, dass das Mitglied der Weißhelme und seine Familie in Deutschland eingetroffen seien. Weitere Angaben machte es aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel handelt es sich um Chalid al-Saleh. Er war demnach 2018 mit mehr als 400 Weißhelmen und deren Familien aus Syrien nach Jordanien in Sicherheit gebracht worden.

Die Weißhelme sind eigenen Angaben zufolge eine von Freiwilligen gegründete Gruppe von Zivilschützern, die in Syriens Rebellengebieten im Einsatz sind. 2016 wurde die Organisation mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Syrien und Russland werfen den Weißhelmen eine Nähe zu Terrorgruppen und die Inszenierung von Giftgas-Angriffen vor.

Die Weißhelme sind aus verschiedenen Gründen umstritten. Im Juli stellte das Auswärtige Amt wegen angeblicher Lücken und Unregelmäßigkeiten in der Buchführung die finanzielle Unterstützung der Organisation über eine niederländische Stiftung ein und forderte Geld zurück. Die Vorwürfe würden sich aber nur auf die Stiftung beziehen, hieß es. Deren früherer Leiter und Mitgründer der Weißhelme sei „unter mysteriösen Umständen“ gestorben, schrieb das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) weiter.

Die Niederlande stellten 2018 offiziellen Angaben zufolge wegen mangelnder Transparenz bei den Weißhelmen ihre Förderung ein. Laut der österreichischen Zeitung Der Standard hieß es damals, es bestehe die Gefahr, „dass niederländisches Geld, das für die Rettungs- und Bergearbeiten der Organisation bestimmt ist, in die Hände von Extremisten fällt oder für illegalen Handel verwendet wird“. Auch die Deutsche Welle, Auslandssender der Bundesrepublik und Mitglied der ARD, berichtete darüber, dass die Weißhelme „wegen ihrer politischen Verbindungen auch kritisiert“ werden.