BerlinDie Verbraucherorganisation Foodwatch wirft Aldi Verbrauchertäuschung beim Thema Kükentöten vor und hat Klage am Landgericht Essen eingereicht. Das berichtete die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Foodwatch kritisiert demnach Werbung des Discounters, in der es unter anderem heißt: „Wir schaffen das Kükentöten ab.“

Die Verbraucherorganisation bemängelt, die Aussage sei irreführend, da sich das Versprechen lediglich auf die Schaleneier im Karton beziehe. Nicht berücksichtigt seien verarbeitete Eier beispielsweise in Kuchen, Nudeln oder Fertiggerichten. Im Zuge dieser Produktion würden weiter männliche Küken getötet.

Kükentöten soll ab 2022 verboten sein

Foodwatch will Aldi daher gerichtlich untersagen lassen, mit Sätzen wie „Wir schaffen das Kükentöten ab“ oder „Ohne Kükentöten bei Aldi Nord“ zu werben. Auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ wollte sich Aldi unter Verweis auf das Verfahren nicht zu den Vorwürfen äußern. Das Landgericht in Essen bestätigte den Eingang der Klage. Mit einer Entscheidung sei frühestens im kommenden Jahr zu rechnen, hieß es. Zuvor hatte Foodwatch bereits Lidl wegen vergleichbarer Werbung abgemahnt. In den Anzeigen hieß es „Schluss mit Kükentöten“. Lidl stoppte diese Art der Werbung.

Jedes Jahr werden in Deutschland 45 Millionen männliche Küken der Legehennen-Linien direkt nach dem Schlupf getötet, weil sich ihre Aufzucht nicht lohne, wie es heißt. Im September legte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) einen Gesetzentwurf vor, wonach die Praxis ab 2022 verboten werden soll. Das Ministerium teilte zuletzt auf Anfrage der AfD mit, man befände sich „nach wie vor mit der Branche im Gespräch, um eine Branchenvereinbarung mit einer Verpflichtung zu kükentötenfreien Lieferketten zu erreichen“.