Berlin - Die Tafeln in Deutschland mussten im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge 190 Lkw-Ladungen mit Lebensmittel-Spenden abweisen, weil Lager- und Transportmöglichkeiten fehlten. Jochen Brühl, Vorsitzender des Dachverbands Tafeln in Deutschland, sagte der Heilbronner Stimme: „Das muss sich 2021 ändern. Ich wünsche mir sehr, dass die Tafeln finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten, um die Logistik auszubauen und noch mehr große Mengen Lebensmittel verteilen zu können.“ 

Das sei allein durch Spendengelder und ehrenamtliches Engagement nicht zu stemmen, so Brühl. Durch die Corona-Pandemie habe sich die Nachfrage bei den Tafeln verändert. Auf der einen Seite kämen jetzt auch Menschen, die etwa ihre Arbeit verloren hätten oder in Kurzarbeit seien. „Auf der anderen Seite kommen viele, vor allem ältere Kundinnen und Kunden nicht mehr zur Tafel, weil sie Angst haben, sich anzustecken“, sagte Brühl weiter.

Auch unter den Ehrenamtlichen seien viele „lebensältere“ Menschen, die sich schützen müssten und ihr Engagement pausierten. Brühl lobte eine „überwältigende“ Solidarität und sagte dazu: „Vor allem im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 packten dafür viele jüngere Menschen mit an. Sie hatten wegen geschlossener Schulen und Unis plötzlich andere zeitliche Möglichkeiten.“