Ende Juli gab es Protest gegen den Abriss einer Landstraße am Rande des Tagebaus.
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ErkelenzKlimaschützer haben am Sonntag einen Kohlebagger im Tagebau Garzweiler in Nordrhein-Westfalen besetzt. Die Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion teilte mit, einige von ihnen hätten sich mit Kunstblut übergossen. Diese Aktion stehe sinnbildlich für den Tod von Millionen Menschen in Folge der Produktion von Braunkohlestrom. „Jeden Tag sterben Tausende Menschen, weil Konzerne wie RWE Braunkohle verbrennen, was weltweite und langfristige Klimafolgen mit sich bringt“, so Lukas Schnermann, Pressesprecher der Gruppe.

Dem Sicherheitspersonal von RWE warfen die Aktivisten „gewaltvolle Übergriffe“ vor. Es hätten Beteiligte gewürgt und einige die steilen Treppen des Baggers hinuntergestoßen. Einem Kameramann, der einen Livestream gesendet habe, sei an der Kapuze gezogen worden, bis er keine Luft mehr bekommen habe. Zudem hätten die RWE-Leute eine Journalistin zu Boden geworfen und ihr die Arme verdreht. Ihr Presseausweis sei ihr abgenommen und ihre Kamera zerstört worden.

Eine Sprecherin der Polizei Aachen sagte am Sonntagmorgen, drei Personen würden sich auf dem Bagger aufhalten. Die Polizei versuche, sie dazu zu überreden, die Aktion abzubrechen. Mehrere Beteiligte würden zur Identitätsfeststellung festgehalten. Am Sonntagmittag soll in der Nähe des Tagebaus eine Demonstration stattfinden.