Im Mordprozess um den tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter im Streit um die Corona-Maskenpflicht hat die Lebensgefährtin des Angeklagten ausgesagt. Nach dem tödlichen Schuss auf den Kassierer habe ihr Lebensgefährte sie am späten Abend bei seiner Rückkehr nach Hause geweckt und zu ihr gesagt: „Ich kriege Probleme, ich habe eben jemanden erschossen.“ Sie habe das zunächst nicht ernst genommen, da er augenscheinlich betrunken gewesen sei, berichtete die 51-Jährige am Mittwoch vor dem Landgericht Bad Kreuznach.

Lebensgefährtin: Angeklagter weinte nach Tat

Laut Anklage und eigenen Angaben vor Gericht fuhr der 50-jährige Deutsche nach einem ersten Besuch der Tankstelle nach Hause, holte einen geladenen Revolver und kehrte dann in die Tankstelle zurück. Dort erschoss er den Mitarbeiter. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen hervorgerufen. Angeklagt ist der 50-Jährige auch wegen unerlaubten Waffenbesitzes.

Am Nachmittag vor der Tat am 18. September 2021 nutzen die beiden nach Aussagen der Zeugin das schöne Wetter zum Grillen. Ihr Lebensgefährte habe bis zum Abend sieben Halbliter-Dosen Bier getrunken, obwohl er eigentlich nicht so viel vertrage. Er habe gute Laune gehabt. Man habe aber gemerkt, dass er betrunken gewesen sei. Da sie sich nicht wohl gefühlt habe, habe sie sich gegen 18.30 Uhr hingelegt und sei im Laufe des Abends eingeschlafen.

Zwischen 22.00 und 22.30 Uhr sei sie dann von ihm geweckt worden. Dann habe er von dem Schuss berichtet. Sie sei sich nicht sicher gewesen, ob das stimme. Am nächsten Morgen habe ihr Lebensgefährte viel geweint, berichtet die 51-Jährige weiter. Dann sei sie mit ihm zur Polizei gefahren.