Potsdam - Brandenburgs ehemaliger Ministerpräsident Matthias Platzeck will bei einer Lösung des Tarifstreits zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Töchtern des landeseigenen Klinikkonzerns Vivantes helfen. Er sei grundsätzlich dazu bereit, in dem Konflikt zu vermitteln, sagte Platzeck am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe aber nicht um ein Schlichtungsverfahren. Denn dann dürfe nicht mehr gestreikt werden. „Dieses Kampfmittel möchte Verdi nicht aus der Hand geben“, sagte Platzeck.

Im Konflikt, bei dem es um eine Angleichung der Tarife an den öffentlichen Dienst geht, gibt es von beiden Seiten Interesse an einer Mediation. Grundsätzlich begrüße Vivantes den Vorschlag von Franziska Giffey (SPD), Platzeck in die Gespräche zwischen dem kommunalen Arbeitgeberverband und Verdi einzubinden, teilte Vivantes-Sprecherin Mischa Moriceau am Mittwoch mit. Die Rahmenbedingungen müssten allerdings noch abgestimmt werden.

Für Verdi sei eine Mediation durch Platzeck denkbar, sagte Gewerkschaftssekretär Tim Graumann am Mittwoch der dpa. Es gehe in den Gesprächen nur noch um wenige Stellschrauben.

Im Vergleich dazu wirkten die Gespräche mit dem Vivantes-Mutterkonzern jedoch festgefahren, ergänzte Graumann. Ergebnisse seien für diese Woche wahrscheinlich nicht mehr zu erwarten. Wegen einer Krankmeldung aus der Vivantes-Geschäftsführung könne Verdi zur Zeit allein mit einem Stab verhandeln. Auch hier sehe er die Politik als Eigentümerin des kommunalen Klinikkonzerns mit in der Verantwortung, ergänzte Graumann. Eine Mediation sehe er hier im Moment jedoch eher skeptisch. Denn es gehe nicht um Prozentpunkte wie bei den Tarifen der Vivantes-Töchter, sondern um Personalbesetzung samt Stellenaufbau in vielen Bereichen. Für die laufenden Gespräche mit der Charité über diese Themen sei Verdi optimistischer. In Berlin läuft der Streik an den landeseigenen Kliniken seit fast drei Wochen.