Tarnfirma in Hamburg: Russen lieferten Technik an russisches Militär

Mit einer Tarnfirma aus Hamburg umgingen mehrere Russen offenbar die Sanktionen. In den USA sind sie nun angeklagt. 

Mit einer Tarnfirma in Hamburg sollen die Russen Technik an Russland geliefert haben. 
Mit einer Tarnfirma in Hamburg sollen die Russen Technik an Russland geliefert haben. dpa/Marcus Brandt

In den USA sind fünf Russen und zwei Venezolaner wegen illegalen Waffen-Exporten angeklagt worden, die angeblich das russische Militär gingen. Wie das US-Amerikanische Justizministerium in einer Pressemitteilung erklärte, wurde einer der Angeklagten am 17. Oktober in Deutschland festgenommen.

Bei dem hierzulande festgenommenen Russen handelt es sich um den 42-jährigen Juri Orechow. Er soll als Inhaber der Hamburger Firma „Nord-Deutsche Industrieanlagenbau GmbH“ Material zum Bau von Kampfflugzeugen, Raketensystemen und Satelliten für Russland beschafft haben. Der weitere Inhaber der Firma ist Artem Uss, Sohn des Gouverneurs der russischen Region Krasnojarsk. Die GmbH soll der Anklage zufolge dabei als Tarnung gedient haben. 

Westliche Sanktionen wurden gezielt umgangen

Bei den Materialien handelt es sich um sogenannte Dual-Use-Güter. Sie können sowohl für zivile als auch militärische Zwecke eingesetzt werden. Einige Materialen wurden nach Informationen des Ministeriums in russischen Waffen gefunden, die von der Ukraine beschlagnahmt worden sind.

Orechow und die anderen Angeklagten sollen die Technik zunächst aus den Vereinigten Staaten importiert haben. Mit einem komplizierten Konstrukt aus „Briefkastenfirmen und Kryptowährungen“, so das Ministerium, konnten die Sanktionen umgangen und die Technik nach Russland versendet werden. 

Auch hunderte Barrel Öl aus Venezuela soll die Firma an russische und chinesische Käufer geliefert haben. Der damalige US-Präsident Donald Trump verhänte 2019 scharfe Sanktionen gegen das südamerikanische Land. Auch diese Sanktionen umgingen Orechow und seine Komplizen.