GörlitzEin Taxifahrer hat einen mutmaßlichen Betrug verhindert und eine Seniorin vor dem Verlust von 14.000 Euro bewahrt. Zuvor hatte die 92-Jährige am Freitag den Anruf eines vermeintlichen Arztes aus Tschechien bekommen, wie die Polizei in Görlitz am Montag mitteilte. Er sagte der Seniorin, ihr Sohn sei an Covid-19 erkrankt und brauche 14.000 Euro für die Behandlung. Zwischendurch habe sich eine weinende Stimme gemeldet und unter anderem über Atemnot geklagt. Die 92-Jährige fuhr mit dem Taxi zur verabredeten Geldübergabe nach Polen. Doch der Fahrer bemerkte, wie nervös die Frau war. Er sprach sie darauf an und brachte sie anschließend direkt zur Polizei.

In den letzten Wochen wurden vor allem ältere Menschen Opfer einer Abwandlung des Enkeltricks in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Täter geben sich am Telefon als Verwandte oder deren Ärzte aus und berichten von einer Infektion mit dem Virus. Des weiteren wird vorgetäuscht, zur Behandlung einen hohen Geldbetrag zu benötigen. Daher bitten sie die Betroffenen um Geld oder andere Wertgegenstände, die sie an einem bestimmten Abgabeort ablegen sollen. In manchen Fällen bieten die Täter auch an, das Geld persönlich abzuholen. 

Die Polizeiliche Kriminalprävention rät Personen, die von erkrankten Angehörigen telefonisch kontaktiert werden, bei Geldforderungen besonders misstrauisch zu sein und gibt folgende Ratschläge:

  • Fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, den Namen des Enkels, der Nichte usw. selbst zu nennen. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, Namen zu erraten.
  • Wenn Sie Anrufer nicht sofort erkennen: Fragen Sie nach Dingen/Begebenheiten, die nur der echte Verwandte kennen kann.
  • Rufen Sie Verwandte unter der Ihnen bekannten Telefonnummer zurück.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Wenden Sie sich sofort an die Polizei unter 110, wenn Ihnen die Situation verdächtig erscheint.