Moskau - Der Messengerdienst Telegram will im kommenden Jahr zahlungspflichtige Inhalte einführen. Geplant seien etwa Angebote für „Premiumnutzer“ wie Unternehmen, kündigte der russische Telegram-Mitbegründer Pawel Durow am Mittwoch an. Telegram will außerdem eine eigene Werbeplattform starten, um dort Anzeigen zu schalten. Alle derzeit kostenlosen Funktionen bleiben aber kostenlos,so Durow. Die Mehrheit der Nutzer werde „praktisch keine Veränderung bemerken“, versicherte er.

Telegram will auf diesem Weg Geld einsammeln und so sein Wachstum finanzieren, nachdem andere Geldquellen wie etwa die Einführung einer eigenen Kryptowährung und eines Bezahlsystems gescheitert waren. Durows Angaben zufolge benötigt das wachsende Unternehmen „mehrere hundert Millionen Dollar jährlich“.

Nach Durows Angaben wird Telegram mittlerweile von 500 Millionen aktiven Nutzern verwendet. Der Nachrichtenkanal wurde 2013 gegründet und war zunächst wegen der Verschlüsselung besonders bei Oppositionellen in autoritären Ländern beliebt. Er wird von vielen genutzt zum schnellen Verbreiten von Nachrichten, darunter auch von Behörden – aber auch als Messengerdienst, ähnlich wie Whatsapp.

„Wir werden das Unternehmen nicht wie die Gründer von Whatsapp verkaufen“, schrieb Durow. „Die Welt braucht Telegram, um unabhängig zu bleiben.“ Um das zu gewährleisten, müsse der Dienst vom kommenden Jahr an Einnahmen generieren. „Wir werden unzählige neue Funktionen einführen und Milliarden neue Nutzer begrüßen“, meinte er.

Der 36-Jährige gilt als der russische Mark Zuckerberg. Aus Angst vor politischer Verfolgung lebt Durow im Ausland. Er hat auch das soziale Netzwerk VKontakte gegründet, das russische Pendant zu Facebook.