Die Tengelmann-Gruppe rechnet einem Bericht zufolge damit, russische Filialen der Baumarkttochter Obi abschreiben zu müssen. Inhaber Christian Haub verwies im Manager Magazin auf ein russisches Gesetz, wonach der Staat das Recht auf Enteignung jener Firmen erhält, deren Heimatländer sich an den Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs beteiligen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass es so weit kommt.“

Obi betrieb bis Mitte März noch Baumärkte in Russland

Obi ist mehrheitlich im Besitz der Tengelmann-Gruppe. Nach dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine hatte sich die Baumarktkette aus dem Land zurückgezogen. Haub verteidigte nun diese Entscheidung. „Ich konnte mir einfach aus moralischen Gründen nicht vorstellen, weiterhin Geschäfte in Russland zu betreiben und damit indirekt das dortige Regime finanziell zu unterstützen“, sagte er der Zeitschrift.

Obi betrieb demnach noch bis Mitte März 27 Baumärkte in Russland. Das Russland-Geschäft stand nach Haubs Angaben für weniger als fünf Prozent des Umsatzes und bereits seit der Krim-Krise sei es immer schwieriger, geworden, dort erfolgreich zu sein. „Ich bin nun froh, dass damit das Kapitel für uns beendet ist.“

Mehrere Firmen haben bereits ihre Filialen in Russland geschlossen, darunter Ikea und H&M. Auch der Streamingdienst Netflix kündigte an, seinen Dienst abzuschalten, auch Filme aus dem Hollywoodstudio Warner sollen nicht mehr in Russland gezeigt werden. Auch McDonald's schloss 800 seiner Filialen, der Konkurrent Burger King plant dies ebenfalls.