Berlin - Am Karfreitag wäre am Wannsee die Freibadsaison eröffnet worden. Doch wegen der Corona-Pandemie fällt das traditionelle Anbaden am Strand von Berlins bekanntestem Freibad erneut ins Wasser, sagte der Sprecher der Berliner Bäder-Betriebe, Matthias Oloew, auf Anfrage der dpa. Die Vorbereitungen für die Saison haben demnach jedoch begonnen - auch wenn aufgrund der Unsicherheit mit etwas gedrosseltem Tempo. Personal sei ausreichend vorhanden. Einen Termin für die Öffnung der Freibäder nannten die Bäder-Betriebe zunächst nicht.

Die Corona-Pandemie ließ die Besucherzahl und die Einnahmen in den Berliner Frei- und Schwimmbädern im vergangenen Jahr einbrechen. Wurden 2019 noch 6,3 Millionen Besuche gezählt, waren es im Pandemiejahr 2020 rund 50 Prozent weniger, sagte Oloew. Die endgültige Zahl stehe noch nicht fest. Schwankungen bei den Besucherzahlen habe es auch in den Jahren vor Corona gegeben – aufgrund eines eher kühleren Sommers seien 2017 rund 5,7 Millionen Gäste gezählt worden, 2018 waren es 6,7 Millionen. Der Rückgang 2020 sei jedoch fast vollständig auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen, sagte Oloew.

Zeitfenster und Personen- Obergrenze auch in diesem Jahr geplant 

Weniger Besucher bedeuten auch weniger Geld: Die Pandemie habe bei den Bäder-Betrieben über das ganze Jahr ein zusätzliches Defizit von vier Millionen Euro verursacht. Dieses sei vom Land Berlin ausgeglichen worden. Durch die Reduzierung von Betriebskosten und Kurzarbeit habe ein größeres Defizit verhindert werden können, sagte Oloew. Die Berliner Bäder arbeiteten grundsätzlich defizitär und erhielten kräftige Zuschüsse aus dem Landeshaushalt.

Die Berliner Bäder-Betriebe gehen für den Sommer von einem ähnlichen Betrieb aus wie im Vorjahr – mit Zeitfenster-Eintrittskarten, Einlassbeschränkungen und Kontaktnachverfolgung. Damit das einfacher geht, werde auch die Einführung der Luca-App geprüft.