Anschlag auf Regierungssitz in Somalia: Mehrere Tote

Ein Selbstmordattentäter fährt in Mogadischu ein mit Sprengstoff beladenes Auto in das Tor eines Regierungsgebäudes. Dann stürmen Bewaffnete den Sitz der Regionalregierung.

Das Regierungsgebäude in Mogadischu: Bewaffnete Terroristen stürmten den Sitz der Regionalregierung.
Das Regierungsgebäude in Mogadischu: Bewaffnete Terroristen stürmten den Sitz der Regionalregierung.AFP/Hassan Ali Elmi

Somalische Sicherheitskräfte haben einen Terrorangriff auf ein Regierungsgebäude in der Hauptstadt Mogadischu nach knapp sechs Stunden beendet. Alle sechs Angreifer der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab seien getötet worden, teilte das Informationsministerium am Sonntagabend mit. Außerdem seien zwei Sicherheitskräfte und sechs Zivilisten ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen wurden demnach verletzt. Zunächst hatte die Polizei von drei toten Zivilisten gesprochen.

Ein Selbstmordattentäter hatte gegen Mittag ein mit Sprengstoff beladenes Auto in das Tor eines Regierungsgebäudes gefahren. Anschließend hätten bewaffnete Terroristen den Sitz der Regionalregierung gestürmt, in der sich unter anderem das Büro des Bürgermeisters von Mogadischu und des Gouverneurs der umliegenden Region Benadir befinde, sagte Polizist Mohamed Dahir der Deutschen Presse-Agentur. Die Terroristen hätten um sich geschossen, so Dahir. Der Bürgermeister sowie zahlreiche weitere Beamte seien in Sicherheit gebracht worden, während die Terroristen das Gebäude belagerten, sagte Dahir weiter. 

Zeugen berichteten, dass die Explosion umliegende Gebäude beschädigte. In der Nähe des Rathauses „wird geschossen, aber wir wissen nicht, was dort passiert“, sagte ein Zeuge, der ein Geschäft in der Nähe betreibt. „Es gibt (...) Verletzte, das gesamte Gebiet ist abgesperrt und wir wurden von den Sicherheitskräften gebeten, uns zu entfernen“, fügte er hinzu.

Islamistische Shabaab-Miliz bekennt sich zu Anschlag in Mogadischu

Die mit dem Extremistennetzwerk Al-Kaida verbündete islamistische Shabaab-Miliz bekannte sich zu dem Anschlag und erklärte in ihren Kommunikationskanälen, ihre Kämpfer seien in das „anvisierte Gebäude“ eingedrungen, nachdem sie das Sicherheitspersonal getötet hätten.

Ein Mann kommt mit zwei Teppichen aus seinem zerstörten Laden, nachdem sich ein Selbstmordattentäter vor der Regionalverwaltung von Banadir in die Luft gesprengt hat. 
Ein Mann kommt mit zwei Teppichen aus seinem zerstörten Laden, nachdem sich ein Selbstmordattentäter vor der Regionalverwaltung von Banadir in die Luft gesprengt hat. AP/Farah Abdi Warsameh

Die Miliz kämpft seit 2007 gegen die von der internationalen Gemeinschaft unterstützte Regierung Somalias. Aus der Hauptstadt Mogadischu und den anderen großen Städten waren die Shabaab-Kämpfer vor mehr als zehn Jahren vertrieben worden. Sie beherrschen aber weiter große ländliche Gebiete im Zentrum und im Süden des ostafrikanischen Landes und verüben immer wieder Anschläge, auch in Mogadischu.

Erst am Freitag waren bei einem Angriff der Miliz auf ein Militärlager in der Stadt Galcad nach Behördenangaben mindestens sieben Soldaten getötet worden.