Mehr als 130 Zivilisten sind nach Angaben der malischen Regierung bei Angriffen extremistischer Milizen in mehreren Orten im Zentrum des westafrikanischen Landes getötet worden. „Die Gesamtzahl der Opfer beläuft sich auf 132 Zivilisten“, teilte die Regierung in Bamako am Montag mit. Bewaffnete Männer hätten in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Diallassagou und zwei umliegenden Städten im Zentrum des Landes Anschläge begangen.

Die Regierung des Landes machte Kämpfer einer islamistischen Miliz mit Verbindung zur Terrororganisation Al-Kaida für die Attacken verantwortlich. Sie soll nach UN-Angaben auch für Dutzende Anschläge und Hinterhalte gegen malische Soldaten verantwortlich sein. Örtliche Behördenvertreter berichteten von einem regelrechten Massaker mit systematischen Tötungen dutzender Zivilisten. „Sie haben auch Hütten und Häuser niedergebrannt und Vieh gestohlen - es herrscht wirklich Anarchie“, sagte ein Behördenvertreter, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte. Die genaue Zahl der Toten wurde demnach am Montag noch ermittelt.

Nouhoum Togo, Vorsitzender einer Partei in der nahegelegenen Stadt Bankass, berichtete der Nachrichtenagentur AFP, dass es bei Armee-Einsätzen in der Gegend vor zwei Wochen zu Zusammenstößen mit Dschihadisten gekommen sei. Daraufhin seien die Extremisten auf mehreren Dutzend Motorrädern zurückgekommen, um sich an der Bevölkerung zu rächen. Ihm zufolge ereigneten sich die Angriffe bereits am Freitag.

Dschihadisten töten Menschen in Mali, Burkina Faso und Niger

Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern wird seit Jahren von dschihadistischer Gewalt heimgesucht. 2012 hatte im Land ein islamistischer Aufstand begonnen, der sich auch auf die Nachbarstaaten Burkina Faso und Niger ausweitete. In dem Konflikt wurden bereits mehrere tausend Soldaten und Zivilisten getötet sowie zwei Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben.

Der schlecht ausgerüsteten Armee Malis, das seit 2020 von einer Militärregierung geführt wird, werden immer wieder Menschenrechtsverstöße vorgeworfen. Der Regierung wird immer wieder enge Beziehungen zu Russland nachgesagt.

Die Militärjunta hat Wahlen bis Ende März 2024 versprochen. Die Bundeswehr ist weiterhin in Mali präsent. Sie ist an der UN-Friedensmission Minusma beteiligt. Die europäische Ausbildungsmission EUTM wird in Zukunft jedoch weitgehend gestoppt.