Riskant: Die Tesla „Gigafactory 4“ hat bislang noch keine abschließende Baugenehmigung. Sollte es die nicht geben, müsste Tesla alles wieder abreißen.
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BerlinEine Woche nach dem Ende der Anhörung von Tesla-Gegnern ist ungewiss, wann das Land die endgültige Genehmigung für den Bau der Fabrik in Grünheide erteilt. Das Landesamt für Umwelt wolle die Kritik weiter prüfen, sobald das Wortprotokoll vorliege, teilte das Umweltministerium in Potsdam mit. Wann das abgeschlossen sein wird, sei noch nicht absehbar. Davon hänge letztlich auch die Entscheidung über das umweltrechtliche Genehmigungsverfahren des Landesamts für Umwelt ab.

Mehr als 400 Einzelpersonen oder Verbände hatten sich an das Landesumweltamt gewandt. Die öffentliche Anhörung brachte laut Umweltministerium wichtige Hinweise zu den erhobenen Einwänden. Naturschützer und Anwohner befürchten unter anderem einen zu hohen Wasserverbrauch, eine Versalzung von Grundwasser und Verkehrsprobleme. Tesla hatte den geplanten Wasserverbrauch reduziert und Bedenken zurückgewiesen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hatte gesagt, er halte die endgültige umweltrechtliche Genehmigung für die Fabrik vor Jahresende für möglich. Dafür muss allerdings auch das Verfahren zum Bebauungsplan in Grünheide entschieden sein.

Tesla will ab Sommer 2021 in Grünheide im Landkreis Oder-Spree mit rund 12.000 Beschäftigten eine halbe Million Autos im Jahr herstellen. Bislang gab das Landesumweltamt der Firma Tesla nur ein halbes Dutzend Zulassungen für den vorzeitigen Baubeginn. Der Konzern baut also auf eigenes Risiko und eigene Rechnung. Sollte Tesla-Chef Elon Musk am Ende doch keine Baugenehmigung erhalten, müsste er alles wieder auf eigene Kosten abreißen lassen.