Tesla: IG Metall kritisiert Arbeitsbedingungen in Grünheide

Wochenendarbeit, Personalmangel, fehlendes Vertrauen: Die rund 8500 Mitarbeiter in Elon Musks brandenburgischer Gigafactory sind unzufrieden.

Die Tesla-Gigafactory in Grünheide bei Berlin.
Die Tesla-Gigafactory in Grünheide bei Berlin.dpa/Patrick Pleul

Die umstrittene Gigafactory des US-Autoherstellers Tesla im brandenburgischen Grünheide ist von Vertretern der IG Metall deutlich kritisiert worden. Wie der RBB berichtet, kamen bei der Jahrespressekonferenz der Gewerkschaft am Donnerstag auch die offenbar teils mangelhaften Arbeitsbedingungen in der Fabrik zur Sprache. Die rund 8500 Angestellten müssten derzeit „den Preis für das hohe Tempo“ des Konzerns zahlen, erklärte Irene Schulz, Bezirksvorstandsvorsitzende der IG-Metall in Berlin-Brandenburg-Sachsen.

So klage man in Grünheide beispielsweise über Wochenendarbeit, Personalmangel und eine zu hohe Auslastung – wodurch wenig Zeit für Erholung und Privatleben bleibe. Zuletzt hätten die Mitarbeiter in den teils unfertigen Produktionshallen außerdem unter zu kalten Temperaturen gelitten. Die anfänglich gute Stimmung in der vor knapp einem Jahr eröffneten Fabrik, so Schulz, drohe zu kippen.

Tesla-Werk: Mitarbeiter klagen über „fehlende Führungskultur“

Neben den Arbeitsbedingen in Teslas erstem europäischen Produktionsstandort kritisieren die Gewerkschafter auch die „fehlende Führungskultur“ im Unternehmen. Der Hersteller von Elektro-Autos wurde 2004 von US-Milliardär Elon Musk übernommen und befindet sich seither auf weltweitem Expansionskurs.

In Grünheide führen die ambitionierten Ziele des Konzerns offenbar auch zu Konflikten, wie Schulz am Donnerstag andeutete. Gerade das ständige Drängen auf die von allen Mitarbeitern unterschriebene Verschwiegenheitsklausel sei etwas, dass man in deutschen Unternehmen so nicht sehe. Auch die laufende Stellenausschreibung für einen internen Sicherheitsermittler sorge für Unmut in der Belegschaft.

„Tesla ist kein Unternehmen – das wissen wir aus den USA – was unbedingt die Nähe zu den Gewerkschaften sucht“, sagte Schulz. „Das bedauern wir sehr, weil wir in Deutschland eine ganz andere Tradition haben.“ Insgesamt, so die abschließenden Worte der Bezirksvorsitzenden, müsse Tesla bei den Arbeitsbedingungen noch deutlich nachlegen.