Grünheide - Der US-Elektroautobauer Tesla darf auf Teilen seiner Baustelle in Grünheide bei Berlin auch weiterhin keine Waldfläche abholzen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) gab am Freitag einer Beschwerde der Umweltverbände NABU und Grüne Liga zum Teil statt. Die Naturschützer hatten sich gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Frankfurt (Oder) gewandt, das zuvor die Fällung der Bäume genehmigt hatte.

Das OVG untersagte die Rodungsmaßnahmen in „Randbereichen der zur Abholzung vorgesehenen Flächen“. Dort sei der Lebensraum von überwinternden Zauneidechsen. Die Tiere würden die Rodungsmaßnahmen voraussichtlich „nicht überleben“, heißt es in der Entscheidung. Tesla habe zwar viele Reptilien einsammeln und umsetzen lassen. Das sei aber erst zu einem Zeitpunkt geschehen, als sich „zumindest die erwachsenen Männchen der Zauneidechsen bereits in ihren Winterquartieren befunden haben dürften“.

Die Umsiedlung sei daher „nicht geeignet, eine signifikante Erhöhung des Tötungsrisikos und damit einen Verstoß gegen das bundes- und europarechtliche Tötungsverbot auszuschließen“. In den übrigen Abschnitten wird die Rodung erlaubt. Für sie konnten die Naturverbände nach Darstellung des OVG „nicht darlegen, dass es sich auch dabei um Reptilienlebensräume handele“.

Tesla will das Werk in Grünheide bei Berlin ab Sommer nächsten Jahres in Betrieb nehmen. Zunächst sollen rund 500.000 Elektroautos von den Bändern rollen. Bisher baut das Unternehmen über einzelne vorläufige Zulassungen, weil die komplette umweltrechtliche Genehmigung des Landes Brandenburg noch aussteht. Naturschützer und Anwohner befürchten negative Folgen für die Umwelt.