Nach Streit: Tesla sucht jetzt bei Fürstenwalde selbst nach Grundwasser

Die Wassertafel Berlin-Brandenburg kritisiert die Pläne. Eine Bürgerinitiative sieht darin einen Vorwand, um den Wasserbedarf für die nächste Ausbaustufe zu decken.

Der US-Elektroautobauer Tesla will seine Produktion in Grünheide bei Berlin vergrößern und dafür rund 70 Hektar Kiefernwald roden. 
Der US-Elektroautobauer Tesla will seine Produktion in Grünheide bei Berlin vergrößern und dafür rund 70 Hektar Kiefernwald roden. dpa/Christophe Gateau

Tesla will mit Blick auf die Wasserversorgung in der Region rund um sein Werk selbst nach Grundwasservorräten suchen. Es gehe um Pumpversuche, um die Datenlage zu verbessern und auf dieser Basis wasserwirtschaftliche Entscheidungen treffen zu können, hieß es vom Unternehmen am Mittwoch zu der Eigeninitiative. Wasser selbstständig fördern will Tesla nach eigenen Angaben nicht. Das sei nicht das Ziel und rechtlich so auch gar nicht möglich.

Ganz grundsätzlich sei dem Unternehmen bewusst, dass das Thema perspektivische Wasserverfügbarkeit die Region sehr bewege, hieß es. Man habe deshalb überlegt, wie Kommunen und Wasserverbände in dieser Hinsicht unterstützt werden können, um die existierende veraltete Datengrundlage aus den 1970er-Jahren zu verbessern. Zuvor hatten das Magazin Stern und RTL berichtet, dass Tesla für seine Autofabrik selbst nach Wasser suche.

Tesla: Hydrogeologen werden als Spezialisten hinzugezogen

Für die Suche nach Grundwasservorräten sind nach Angaben von Tesla Hydrogeologen hinzugezogen worden. Pumpversuche sollen bei Genehmigung durch die Wasserbehörden in Gebieten des Fürstenwalder Wasserverbandes unternommen werden. Der Verband bestätigte das auf Nachfrage. Die Kosten dafür übernimmt Tesla, es handle sich um einen siebenstelligen Betrag, so der Autobauer.

Aktuell fehlt dem Unternehmen nach eigenen Angaben für die Pumpversuche noch die wasserrechtliche Erlaubnis. Bei der Antragseinreichung sei man in der Vorbereitung.

Die Wassertafel Berlin-Brandenburg kritisierte die Pläne. Die Bürgerinitiative sieht die geplante Suche als Vorwand dafür, den weiteren Wasserbedarf für die nächste Ausbaustufe zu decken. Der ortsansässige Wasserverband Strausberg-Erkner hatte Tesla vertraglich Wasser nur für die erste Ausbaustufe zugesagt. Der Vertrag sieht eine Lieferung von 1,8 Millionen Kubikmeter pro Jahr an den Autobauer vor.

„Tesla sucht hier nun Abhilfe und bietet an, bei der Wassersuche behilflich zu sein. Sollte diese Hilfe zum Ziel führen und der Mehrbedarf des Autobauers so gedeckt werden, ändert das nichts am Wassermangel der Region“, sagte Heidemarie Schröder von der Wassertafel. Sie warnte vor Versuchen, sich über den vorhandenen Wassermangel hinwegsetzen zu wollen und so die Quantität und Qualität der Ressource Trinkwasser zu gefährden.