Grünheide - Monatelang verlegte der US-Autobauer Tesla angeblich Rohre auf der Baustelle für die geplante Gigafactory in Grünheide, ohne die staatliche Genehmigung abzuwarten. Das geht aus einem Bericht des Business Insiders hervor. Das Medium beruft sich bei seiner gemeinsamen Recherche mit „Frontal 21“ auf Unternehmenskreise. 

Für die Abwasserrohre, die in drei Meter Tiefe verlegt wurden, hätte das Unternehmen eigentlich eine Baugenehmigung benötigt. Dabei handelte es sich dem Bericht nach um einwandige, geschweißte Rohre. Laut Umweltexperten könnte durch diese Rohre Industrieabwasser in das umliegende Trinkwasserschutzgebiet geraten.

Musk kritisierte deutsche Bürokratie und Langsamkeit

Die illegale Verlegung der Rohre war am 25. März 2021 aufgeflogen. Es folgte ein Baustopp, der am 12. April wieder aufgehoben wurde. Aktuell prüfe das Brandenburger Umweltministerium die Einleitung eines Bußgeldverfahrens gegen Tesla.

Der Tesla-Chef Elon Musk hatte sich Ende März in einer Stellungnahme über die Langsamkeit und Bürokratie der deutschen Behörden beschwert. Dies stünde in „direktem Gegensatz zu der für die Bekämpfung des Klimawandels notwendigen Dringlichkeit“, so Musk. Zu dem Zeitpunkt war das Unternehmen bereits seit Wochen dabei, die Rohre zu verlegen.