Berlin - Mittlerweile kann man fast überall in Berlin einen Corona-Test machen – beim Friseur, im Einkaufscenter oder in derzeit nicht genutzten Clubs. Doch wie viele Teststellen gibt es jetzt eigentlich? Wie viele Tests sind möglich? Wer bezahlt das Ganze? Und: Funktioniert alles reibungslos? 

Wie viele Corona-Teststellen gibt es – und wo findet man sie?

In Berlin existieren derzeit insgesamt 842 Teststellen. Darunter sind 24 Testzentren, die vom Senat betrieben werden, und 818 Test-To-Go-Stellen, die zum Teil private Betreiber haben. Die 818 Test-To-Go-Stellen findet man beispielsweise in Einkaufszentren, Apotheken, Galerien oder Clubs. Die Zahlen gab die Senatsverwaltung für Gesundheit auf Anfrage der FDP-Fraktion bekannt. Das Papier liegt der Berliner Zeitung exklusiv vor. Eine vollständige Liste mit allen Teststellen in Berlin finden Sie hier.

Wie viele Tests sind in Berlin pro Tag und Woche möglich?

Jedem Berliner steht pro Woche ein kostenloser Bürgertest zu. Die Hauptstadt hat die Testkapazitäten in den zurückliegenden Wochen massiv hochgefahren. Es sind laut Senatsverwaltung 407.525 Tests pro Tag möglich. Mit dieser Tageskapazität können in Berlin pro Woche 2.852.675 Corona-Tests angeboten werden.

Wer bezahlt die Corona-Tests und die Arbeit in den Testzentren?

Ein Bürgertest, der für die Berliner kostenfrei ist, kostet den Bund etwa 18 Euro. Denn das Bundesgesundheitsministerium finanziert die Testzentren. Die Abrechnung erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KVB). Das Land Berlin finanziert darüber hinaus noch eigene Teststellen. In den Testzentren arbeiten Angestellte, die natürlich entlohnt werden. Häufig sind frühere Angestellte der Kulturbranche dorthin gewechselt, die wegen der Corona-Krise gerade nicht beschäftigt sind.

Wie wird die Berliner Teststrategie von der Opposition bewertet?  

Bernd Schlömer von der FDP hatte die Anfrage beim Berliner Senat gestellt und die Zahlen zurückbekommen. Er sagt der Berliner Zeitung: „Mit steigender Zahl der Testzentren in Berlin wachsen auch die Anforderungen an sichere Rahmenbedingungen bei Abrechnung, Datenverarbeitung und der Ahndung betrügerischer Handlungen. Das Aufsetzen eines Beschwerdemanagements, das auch betrügerisches Handeln bei Selbsttests aufdecken soll, ist dringend geboten und ein wichtiger Punkt. Demgegenüber macht es sich der Senat beim Datenschutz noch zu einfach.“