Teufelsaustreibung in Berlin: Junge Frau mit Salzwasser zu Tode gefoltert

Am Montag beginnt in Berlin der Prozess gegen die vier Angeklagten. Darunter ist auch ein islamischer Wunderheiler. Sie sollen eine Frau getötet haben. 

Der Eingang des Kriminalgerichts Moabit. Hier beginnt am Montag der Prozess gegen vier Menschen, die eine junge Frau bei einer Teufelsaustreibung mit Salzwasser getötet haben sollen.
Der Eingang des Kriminalgerichts Moabit. Hier beginnt am Montag der Prozess gegen vier Menschen, die eine junge Frau bei einer Teufelsaustreibung mit Salzwasser getötet haben sollen.dpa/Fabian Sommer

Berlin-Vier Angeklagte stehen ab Montag ab 9.30 Uhr wegen einer tödlichen Teufelsaustreibung vor Gericht. Sie sollen eine Frau so lange mit Salzwasser gefoltert haben, bis diese daran starb. Ein islamischer Wunderheiler soll empfohlen haben, der 22-jährigen Ehefrau eines der Angeklagten Salzwasser zu verabreichen, um einen Teufel auszutreiben. Dieser sei verantwortlich für die Kinderlosigkeit des Paares, soll der Hodscha der Familie laut Anklage gesagt haben.

Der Ehemann der Verstorbenen und seine Eltern hätten der Frau daraufhin täglich anderthalb Liter Wasser mit jeweils bis zu 64 Gramm Kochsalz verabreicht. Als die Frau nicht mehr selbstständig habe trinken können, hätten sie sie festgehalten und ihr das Salzwasser eingeflößt. Nach einer Woche sei die Frau schließlich an den Folgen gestorben.

Anzeige | Zum Weiterlesen scrollen

Die Anklage gegen den Ehemann und dessen Eltern lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge. Der vierte Angeklagte, der islamische angebliche Wunderheiler, soll die Behandlungen mit Lesungen aus dem Koran begleitet haben. Ihm wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft Mittäterschaft vorgeworfen.