Bangkok - Der thailändische Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha und Mitglieder seines Kabinetts haben ihre für Freitag geplante Impfung mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca vorerst verschoben. Die Regierung in Bangkok reagiere damit auf die Entscheidung Dänemarks und anderer Länder, vorübergehend niemanden mehr mit dem Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens zu impfen, berichtete die Zeitung Bangkok Post. Als Grund wurden Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln genannt.

Falls die europäischen Arzneimittelbehörden nach ihren Untersuchungen grünes Licht für Astrazeneca geben würden, werde auch Thailand die Impfungen wieder aufnehmen, sagte der Mediziner Prasit Watanapa. Das südostasiatische Land hatte im vergangenen Monat 117.000 Dosen des Impfstoffs erhalten. „Mit dieser Verschiebung sagen wir nicht, dass der Impfstoff problematisch ist. Wir wollen damit nur auf die Überprüfung warten, ob es irgendwelche Auswirkungen auf den Impfstoff oder nur diese Charge des Impfstoffs gibt“, erklärte der Virologe Yong Poovorawan.

Bulgarien setzt Astrazeneca-Impfungen aus

Trotz rasant steigender Infektionszahlen ist auch in Bulgarien am Freitag ein vorübergehender Impfstopp für Astrazeneca angeordnet worden. Der Chef der Arzneimittelagentur in Sofia, Bogdan Kirilow, verfügte, dass die dem Lande bereits gelieferten Mengen des Impfstoffs von Astrazeneca blockiert werden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Zuvor hatte Regierungschef Boiko Borissow die Einstellung der Impfungen mit Astrazeneca-Dosen angeordnet. Die Verimpfung werde wegen Bedenken bei Nebenwirkungen, die in anderen Staaten und auch in Bulgarien angemeldet wurden, bis zur Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur ausgesetzt werden. Gesundheitsminister Kostadin Angelow sagte, er erwarte eine klare Stellungnahme zu Astrazeneca.

Das Balkanland will nun nur mit Produkten von Biontech/Pfizer und Moderna gegen Corona impfen. Insgesamt fast 55.000 Dosen beider Impfstoffe sollen in der kommenden Woche geliefert werden, erläuterte der Chef der bulgarischen Arzneimittelagentur, Bogdan Kirilow.

Dänemark impft vorübergehend nicht mehr mit Astrazeneca

Dänemark hatte entschieden, vorübergehend niemanden mehr mit dem Astrazeneca-Vakzin zu impfen. Es wurde in diesem Zusammenhang auch über einen möglichen Todesfall berichtet. Man könne jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln bestehe, hieß es. Nach Behördenangaben wird der Stopp zunächst 14 Tage dauern. Nach der Bekanntgabe in Kopenhagen entschlossen sich auch die Nicht-EU-Länder Norwegen und Island, den Gebrauch des Präparats von Astrazeneca vorübergehend zu stoppen.