BerlinMehrere Berliner Bühnen haben in einem offenen Brief vor den Folgen der erneuten Schließung gewarnt. Sie forderten am Freitag eine differenzierte Betrachtung der Kultur von Regierungschef Michael Müller (SPD). „In unserer Gesellschaft sind Opern, Theater, Konzerthäuser und andere Kulturinstitutionen mehr als reine Freizeitangebote“, heißt es in dem Schreiben.

„Sie sind – selbst mit Abstand – Orte der Begegnung, des Diskurses, der Bildung und Aufklärung, aber auch des ästhetischen Genusses“, schreiben mehrere Theaterleiter. Die Hygienekonzepte der Häuser basierten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die erneute Schließung erschüttere das gerade wieder gewonnene Vertrauen des Publikums. Zudem seien sie zum Beispiel Auftraggeber für viele freischaffende Künstler.

„Wir benötigen dringend eine Perspektive“, appellieren die Theater. Ein Betrieb im „On/Off“-Modus – „insbesondere ohne längerfristige Vorankündigung“ – mache die Planung und Arbeit unmöglich. Als Unterzeichner werden zum Beispiel das Berliner Ensemble, das Deutsche Theater und die Staatsoper Unter den Linden aufgelistet.

Seit dieser Woche sind die Theater in Berlin und anderen Orten in Deutschland wieder geschlossen. Hintergrund ist die Corona-Pandemie. Das öffentliche Leben soll heruntergefahren werden, um zum Beispiel eine Überlastung der Intensivstationen zu verhindern. Auch Kinos, Museen und Restaurants bleiben vorübergehend zu, Läden sind weiter offen. Die Einschränkungen sollen zunächst bis Monatsende gelten.