Der Fußballer Thomas Müller sorgt mit Aussagen im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar für Aufregung in den sozialen Netzwerken. Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch sagte Müller: „Es geht natürlich im Großen und Ganzen um Menschenrechtsverletzungen, die grundsätzlich in jedem Land auftreten.“ Auch in Deutschland gebe es Menschenrechtsverletzungen.

Hintergrund ist Kritik an der deutschen Fußballnationalmannschaft für ihre Teilnahme an der WM in Katar. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International hatten wiederholt den Missbrauch von Arbeitsmigranten in dem Land angeprangert. Katar hat inzwischen zwar ein Gesetz über einen Mindestlohn erlassen, Zweifel an der Umsetzung der grundlegenden Verbesserung der Menschenrechte bestehen aber weiter.

Verzicht auf WM-Teilnahme „nicht zielführend“

In einem offiziellen Positionspapier des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) heißt es, man halte einen Verzicht auf die Teilnahme an dem Turnier, wie er von einer breiten Öffentlichkeit gefordert wird, für „nicht zielführend“. Amnesty International und Human Rights Watch haben der Fußballnationalmannschaft überdies einen Besuch abgestattet.

Er habe zwar „nix ganz Neues“ erfahren, berichtete Müller, allerdings hätten die Fachleute, „die sich wirklich auskennen“, die Berichte über die Lage im WM-Gastgeberland Katar „ein bisschen objektiviert“. Sonst „kriegt man immer nur einen Ausschnitt dessen mit, was wirklich abläuft“, sagte der Münchner. (mit dpa)