Eberswalde - Der Industriebetrieb Thyssenkrupp Rothe Erde schließt Ende des Jahres sein Werk in Eberswalde (Landkreis Barnim). Das teilte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Betroffen sind demnach 79 Mitarbeiter, darunter vier Auszubildende. Der Beschluss sei am Montag getroffen worden, hieß es. Die Thyssenkrupp-Leitung begründete die Entscheidung mit einem gestiegenen Preisdruck. An dem Standort werden Blattlager für Onshore-Windenergieanlagen gefertigt. Zunächst hatte die Märkische Oderzeitung darüber berichtet. Thyssenkrupp Rothe Erde gehört als Betrieb zum Unternehmensverbund Thyssenkrupp.

Die Belegschaft war nach Angaben des Unternehmens seit September über eine mögliche Schließung informiert. Obwohl gemeinsam Alternativen diskutiert worden seien – einschließlich der Fertigung anderer Produkte –, habe keine wirtschaftlich tragfähige Lösung für diesen Standort entwickelt werden können, hieß es weiter. Die Industriegewerkschaft (IG) Metall kann die Schließung des Werks nicht nachvollziehen. Die Ideen der Beschäftigten hätten Einsparpotenziale in Millionenhöhe hervorgebracht und die Unterstützungsangebote von Land und Stadt seien wirtschaftlich attraktiv gewesen, so die Gewerkschaft.

„Das Handeln der Geschäftsführung ist für uns nicht plausibel“, sagte Holger Wachsmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg. So bleibe der Eindruck, dass Alternativen für das Werk in Eberswalde möglicherweise gar nicht gewollt gewesen seien. In den kommenden Wochen soll dem Unternehmen zufolge mit den Beschäftigten ein Konzept erarbeitet werden, das unter anderem konkrete Maßnahmen und Unterstützungsprogramme beinhaltet – offiziell mit dem Ziel, schnell faire und verantwortungsvolle Lösungen zu schaffen.