Berlin - Tierschützer haben angesichts der beginnenden Weihnachtszeit davon abgeraten, Welpen zu verschenken. Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtete, blicken Tierheime dem Dezember mit gemischten Gefühlen entgegen.

„Ich hab schon Angst vor Weihnachten, weil viele sicher auf die Idee kommen, dass Corona nun länger dauert als alle erwarteten – und dann soll doch der Welpe unterm Weihnachtsbaum sitzen“, sagt die Sprecherin  des Tierschutzvereins Berlin, Annette Rost. Anders als in den Jahren zuvor, plane man 2021 jedoch keinen symbolischen Vermittlungsstopp vor Weihnachten.

Illegaler Welpenhandel ist zunehmendes Problem

Auch die Corona-Pandemie habe dazu beigetragen, dass sich immer mehr Menschen ein Haustier zulegen. Mehr als jeder vierte Deutsche schaffte während der Corona-Pandemie in den vergangenen zwölf bis 18 Monaten ein Haustier an. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentliche Forsa-Umfrage für die Gothaer Versicherungsgesellschaft. Katzen gelten dabei dicht gefolgt von Hunden als die beliebtesten Haustiere der Deutschen: 21 Prozent der Befragten leben mit einer oder mehreren Katzen zusammen, 18 Prozent mit einem oder mehreren Hunden.

Auch der illegale Welpenhandel sei ein zunehmendes Problem, unter anderem wegen der coronabedingten steigenden Nachfrage. „Die Nachfrage ist unheimlich gestiegen. Weil Interessenten nicht mehr aus seriösen Quellen versorgt werden können, fallen sie umso schneller auf illegale Händler im Internet herein“, so Rost. Häufig würde den Tieren vor der Übergabe Aufputschmittel gespritzt. Wenn die Wirkung nachlässt, werden die Tiere häufig krank, manche Besitzer geben sie dann im Tierheim ab. Etwa 120 Welpen musste das Berliner Tierheim seit Januar 2021 aufnehmen. Inzwischen sind diese Tiere zwar alle vermittelt – sofern sie überlebt haben – doch das Problem des illegalen Welpenhandels besteht weiterhin.

Wer sich ein Haustier zulegen möchte, solle sich vorher gut über dessen Bedürfnisse informieren. Wichtige Fragen seien zudem: Passt ein Tier grundsätzlich in mein Leben? Kann ich die Kosten dauerhaft tragen? Was passiert, wenn ich nicht mehr im Homeoffice arbeiten kann? Es sei auch wichtig, die passende Hunderasse zu finden. „Wir freuen uns über jeden, der sich verantwortungsbewusst damit auseinandersetzen will, sich ein Tier anzuschaffen. Das begleiten wir auch und beraten gerne“, so Rost.