London/Kabul - Es sah zunächst danach aus, als würde die Rettungsmission des ehemaligen britischen Soldaten Paul Farthing scheitern, doch letztlich ist es ihm gelungen, mehr als 170 Hunde und Katzen aus einem von ihm gegründeten Tierheim in Kabul auszufliegen. Wie die britische Zeitung The Sun berichtet, schafften es aber nur Farthing und die Tiere an Bord, Farthings afghanische Mitarbeiter mussten in Kabul zurückbleiben.

Paul Farthing hatte zuvor eine Kampagne in sozialen Medien gestartet, um die Katzen und Hunde aus Kabul ausfliegen zu können. Der britische Verteidigungsminister Wallace Ben hatte das zunächst unter Verweis auf den Vorrang für von den Taliban gefährdete Menschen abgelehnt, aber schließlich dem Druck nachgegeben. Am Freitag sagte Wallace, er habe zu viel Zeit mit der Diskussion über die Evakuierung von Haustieren aus Afghanistan verbracht. Da sah es so aus, als würde Farthings Mission scheitern.

Der erste Versuch Farthings, mit rund 70 Mitarbeitern und den Tieren am Donnerstag zu einer Maschine an den Flughafen zu gelangen, die von Unterstützern gechartert worden war, scheiterte zunächst an fehlenden Dokumenten, die Aktion musste wegen des Chaos nach dem blutigen Anschlag mit Dutzenden Toten abgebrochen werden.

Erst am Freitag gelang es Farthing schließlich, mithilfe des britischen Verteidigungsministeriums einen privaten Charterflug zu bekommen und die Kontrolle der Taliban zu passieren. Zwei seiner afghanischen Mitarbeiter begleiteten ihn bis zur Grenze. Dann mussten sie sich verabschieden. Das britische Verteidigungsministerium teilte auf Twitter mit, Farthing werde durch britische Streitkräfte unterstützt.

Farthing wird erst nach Taschkent fliegen und von dort aus nach Großbritannien.

(mit dpa)