Berlin - Tierschützer befürchten in Folge der „extremen Nachfrage nach Haustieren“ in Zeiten von Corona eine Abgabewelle in deutschen Tierheimen. „Viele Menschen haben sich womöglich spontan, aus Einsamkeit durch die Kontaktbeschränkungen (...) ein Tier beim Züchter oder schlimmstenfalls über dubiose Internetanzeigen gekauft“, sagte Tierschutzbund-Sprecherin Lea Schmitz der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Einige der mehr als 550 Tierheime berichteten bereits jetzt schon von „Corona-Abgaben“.

Dabei handelt es sich den Informationen zufolge etwa um Hunde oder Katzen, die in Zeiten hoher Infektionszahlen und strenger Kontaktbeschränkungen angeschafft wurden. „Eine größere Abgabewelle gibt es aber zum Glück noch nicht. Dennoch ist die Sorge groß“, sagte Schmitz.

Pandemie führte zu „Haustierboom“

Die Pandemie hat nach Einschätzung des Deutschen Tierschutzbundes zu einem regelrechten „Haustierboom“ geführt. Dabei stützen sich die Tierschützer auf Informationen des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) und des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH). Demnach nahm im Corona-Jahr 2020 die Zahl der Haustiere in deutschen Haushalten im Vorjahresvergleich um knapp eine Million Tiere zu.

Hundehaltern, die sich mit ihrem Tier überfordert fühlen, empfiehlt die Stiftung Vier Pfoten den Besuch einer Hunde- oder Welpenschule. „Zur Überbrückung voller Arbeitstage können zum Beispiel Hundetagesstätten aushelfen“, ergänzte eine Sprecherin auf dpa-Anfrage.